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Staatsdefizit 2006 wahrscheinlich 2,5%25

Kaum zu glauben. Nach 4 Jahren scheint es endlich wieder soweit zu sein, dass Deutschland die Maastricht-Kriterien im wieder einhalten kann. Das deutsche Staatsdefizit ist im ersten Halbjahr 2006 mit 2,5%25 unter die festgeschriebene Grenze von 3%25 gefallen. Ein enormer Sprung. Im letzten Jahr lag das Staatsdefizit noch bei 3,7%25.

Leider ist es nicht so, dass vornehmlich die (gewünschten) großen Einsparungen und Optimierungen unserer geliebten Politiker zu diesem tollen Ergebnis geführt hätten. Der Grund liegt ganz woanders nämlich wieder einmal in der Wirtschaft. Die Konjunktur geht bergauf, der deutsche Export verzeichnet einen Rekord nach dem nächsten und vor allen Dingen der Mittelstand, Deutschlands wichtigste Stütze, gibt Gas.

Sicher geht es in die richtige Richtung aber alleine 28,2 Milliarden Euro Defizit im ersten Halbjahr 2006 ist immer noch eine Menge Geld. Es wäre schön wenn wir irgendwann einmal dazu kommen würden, wieder Überschüsse zu erwirtschaften und damit die horrenden Zinsen zu begleichen, die wir alle mit bezahlen müssen. Aber bis es soweit ist, werde ich wahrscheinlich Rentner sein.

Quellen:
http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,,OID5842748,00.html
http://www.netzeitung.de/wirtschaft/wirtschaftspolitik/434626.html
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,433289,00.html
Und was nützt es uns, wenn Gewinne eingefahren werden? Schau Dir mal die Stromindustrie an; die machen Millionenüberschüsse und wollen die Strompreise dennoch erhöhen!
Nun - da besteht ein ganz gehöriger Unterschied: Auf der einen Seite hast du den Staat, den wir alle inkl. der Wirtschaft mit unseren Geldern füttern und dafür unseren Staatsapparat aufrecht erhalten. Auf der anderen Seite hast du Privatunternehmen, die an der Börse notiert sind und deren Aktionäre und Gesellschafter Jahr für Jahr höhere Gewinne sehen wollen.

Wenn der Staat Überschüsse produziert, dann sollte dies wieder investiert werden, um Schulden zu tilgen bzw. das Lebensniveau und die wirtschaftlichen Bedingungen zu fördern. Wenn ein Unternehmen Gewinne erwirtschaftet, fließen diese Gewinne nicht "wohltätigen" Zwecken zu sondern rein wirtschaftlichen Interessen.

Ich finde es auch gar nicht so verwerflich, dass die Stromkonzerne momentan alles tun, um ihre Gewinne zu maximieren. Das ist Sinn und Zweck eines Unternehmens. Einen Samariter als Vorstandsvorsitzenden können Firmen nicht gebrauchen. Wir leben mittlerweile in einer Weltwirtschaft - Gewinne sind zwingende Voraussetzung, um auf diesem Markt zu bestehen. Wenn die Gewinne nicht groß genug sind und das eigene Unternehmen nicht mächtig genug, dann wird es geschluckt. Und das wäre das größere Übel, wenn z.B. eon von einem ausländischen Unternehmen geschluckt werden würde. Denn: Geht es dem Konzern irgendwann schlecht, werden eher Stellen abgebaut, die sich nicht im Heimatland befinden. Bestes Beispiel hierfür ist aktuell Opel, deren Muttergesellschaft General Motors sehr stark in Deutschland abgebaut hat aber im eigenen Mutterland Amerika sehr vorsichtig in Sachen Stellenabbau vorgeht.

Auch hier werden von Stromkonzernen oder anderen Unternehmen, die hohe Gewinne erwirtschaften, Stellen abgebaut. Jedoch wachsen die Unternehmen mit ihren Gewinnen und dieses Wachstum wird wiederum mit neuen Mitarbeitern aufgefangen. Es ist Sinn und Pflicht eines jeden Unternehmers, möglichst gut zu planen, wie sich die Entwicklungen in den nächsten Jahren ergeben, um gewappnet zu sein. Manchmal klappt es gut, manchmal eben schlecht. Wir sind alles Menschen.
e.on geht nicht unter, solange mein Mann dort arbeitet *fg* :-grins
Das hoffen wir doch mal :-grins