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Hartz 4: Bruttolohn von 1.084 Euro ergibt netto ein Hartz-IV-Einkommen

Die Bundesregierung hat ein Rechenbeispiel auf Anfrage der FDP-Fraktion veröffentlicht, welches die Brutto-Bezüge eines Arbeitnehmers mit den Leistungen, die einem Hartz 4-Empfänger zustehen, vergleicht.

Das Ergebnis ist meiner Ansicht nach ziemlich erschreckend:
Eine alleinstehende Person müsste einen Bruttolohn von 1.084 Euro erhalten, um netto mit etwa 830 Euro den gleichen Betrag zur Verfügung zu haben wie ein vergleichbarer Arbeitslosengeld-II-Empfänger. Bei mehr Kindern steigen die erforderlichen Beträge teilweise das Doppelte. Weitere Rechenbeispiele findet ihr in der Quelle

Ich bin nicht tief genug in der Materie drin, um die Ein- und Ausgaben eines Hartz 4-Empfängers beurteilen zu können. Dennoch weiß ich, dass wir hier nicht über wenig Geld sprechen. Geld, das jeder einzelne Steuerzahler mitfinanziert. Ich kann verstehen, dass sich einige Politiker darüber Gedanken machen, das Geld für Hartz 4-Empfänger zu verringern.

Ich freue mich sehr über Personen, die weitere Informationen darüber haben bzw. näher an dem Thema dran sind.

http://www.bundestag.de/aktuell/hib/2006/2006_249/05.html
also, ich muß mal sagen das ich diese rechnebeispiele nicht gut finde...klar wäre es besser wenn es keine hartz IV ermpänger geben würde...
aber ich gehöre leider auch zu denen die es schon einmal beantragen mußten, ich hätte gerne darauf verzichtet, aber ich mußte es beantragen, schon alleine wegen der krankenversicherung...
richtig verstehen kann das ganze sowieso nur jemand der in dieser situation war...
auch hartzIV empfänger und arbeitslose zahlen steuern...
denise
Liebe Denise,

danke für deinen Beitrag. Wieso findest du diese Rechenbeispiele nicht gut? Sie geben genau das wieder, was tatsächlich materiell an Geld in Deutschland verteilt wird und gleichzeitig von anderen erwirtschaftet werden muß.

Du sprichst davon, dass man die Situation nur dann verstehen kann, wenn man sich mal in ihr befunden hat. Und auch Hartz IV Empfänger würden Steuern zahlen.

Zum Einen: Ich denke nicht, dass man mal Hartz IV Empfänger gewesen sein muß, um zu verstehen, was für eine schlimme Situation das ist. Die Situation an sich ist gar nicht so schlimm. Man bekommt sein Mietgeld, bekommt Heizung und Wasser bezahlt und dann noch monatlich etwas Geld zum Leben. Das einzig Schlimme ist meiner Ansicht nach, dass man eben nicht mehr sich alles kaufen kann, was man möchte, nicht mehr einfach so ins Kino kann und eben nur noch das Notwendigste bezahlt bekommt. Aber ist das wirklich eine schlimme Situation? Ich denke nicht. Man hat ein Dach über den Kopf und bekommt genügend Geld zum Leben. Und das wird finanziert von jedem Einzelnen, der Arbeit hat und all die Personen damit durchfüttert.

Hartz IV oder z.B. die Sozialhilfe sind tolle Dinge - sie drücken den hohen Lebens- und Wohlstandsstandard aus, den wir in Deutschland haben. Aber es kann und darf nicht sein, dass jemand über 1000 Euro brutto verdienen muß bei 40 Stunden die Woche um gerade mal so viel herauszubekommen wie jemand, der gar nichts macht. Und einen Job zu finden, bei dem man 1000 Euro verdient, dürfte bis auf wenige Ausnahmen, absolut kein Ding der Unmöglichkeit sein. Die Frage ist meiner Ansicht nach hauptsächlich, ob man persönlich als Putzfrau, Müllmann oder Fensterreiniger arbeiten möchte. Aber warum sich darüber Gedanken machen wenn man für das gleiche Geld gar nicht arbeiten muß?

Und zum Anderen: Hartz IV Empfänger zahlen Steuern? Das stimmt so nicht. Die Leistungen, die ein Hartz IV Empfänger erhält, müssen vielleicht versteuert werden (obwohl ich nicht einmal weiß, ob das stimmt). Aber dennoch ist es nicht so, dass der Empfänger selber irgendwas von seinem persönlich verdienten Geld versteuern muß. Er hat ja nichts dafür getan, das er das Geld kriegt. Er kriegt es, weil er in der Bundesrepublik Deutschland wohnt.

Wohlgemerkt: Ich bin kein Profi in diesem Bereich und gebe daher nur meinen Wissensstand und meine Meinung dazu wieder. Kann sein, das ich bei den einzelnen Themen falsch liege...
naja ich glaube ich kann mich in dem thema schriftlich nicht so ausdrücken , wie ich das gerne würde...
von daher lass ich es lieber bleiben...

Ps: ich finde es immer schade das alle hartzIV empfänger über einen kamm geschert werden... dabei gibt es so viele die gerne arbeten gehen würde...
und ich weiß ja nicht, was man in den alten bundesländern so als putzfrau bekommt, in den neuen kannst frohsein, wenn du auf 400€ basis was in der art bekommst...(ist zumindest meine erfahrung)
Lieber ghostwalker,

Du machst es Dir etwas einfach:

Ich zitiere: "Zum Einen: Ich denke nicht, dass man mal Hartz IV Empfänger gewesen sein muß, um zu verstehen, was für eine schlimme Situation das ist. Die Situation an sich ist gar nicht so schlimm. Man bekommt sein Mietgeld, bekommt Heizung und Wasser bezahlt und dann noch monatlich etwas Geld zum Leben. Das einzig Schlimme ist meiner Ansicht nach, dass man eben nicht mehr sich alles kaufen kann, was man möchte, nicht mehr einfach so ins Kino kann und eben nur noch das Notwendigste bezahlt bekommt. Aber ist das wirklich eine schlimme Situation? Ich denke nicht. Man hat ein Dach über den Kopf und bekommt genügend Geld zum Leben. Und das wird finanziert von jedem Einzelnen, der Arbeit hat und all die Personen damit durchfüttert."

Du schreibst es ja selbst, was das Leben als Hartz-IV-Empfänger so unangenehm macht/machen kann: Man bekommt angeblich alles bezahlt, aber dafür darf man sich bis aufs Hemd ausziehen. Dies ist grundsätzlich auch okay, schließlich geht es um Steuergelder, die Du und ich zahlen. Aber man führt eben ein fremdbestimmtes Leben, und die Nachbarn tuscheln, wie mna sich schon wieder einen Kino-Besuch leisten könne, da ist doch bestimmt Schwarzarbeit/ein Lover/ sonstiges im Spiel. Die meisten Hartz-IV_Empfänger würden liebend gerne für das gleiche Geld arbeiten, dürfen aber nicht. Ich betone: Die meisten, Schmarotzer gibt es selbstverständlich - wie in jeder anderen Bevölkerungsgruppe - auch.

Ich zitiere: "Aber es kann und darf nicht sein, dass jemand über 1000 Euro brutto verdienen muß bei 40 Stunden die Woche um gerade mal so viel herauszubekommen wie jemand, der gar nichts macht."

Da scheint die Bundesregierung schon in ihren Rechenbeispielen etwas falsch gemacht zu haben. Diese 830 € können sich nur auf einen Hartz-IV-Empfänger beziehen, der einen 1-Euro-Job macht. Ansonsten kann man - je nach MIethöhe - von 650 bis 700 € ausgehen.

Ich zitiere weiter: "Und zum Anderen: Hartz IV Empfänger zahlen Steuern? Das stimmt so nicht. Die Leistungen, die ein Hartz IV Empfänger erhält, müssen vielleicht versteuert werden (obwohl ich nicht einmal weiß, ob das stimmt). Aber dennoch ist es nicht so, dass der Empfänger selber irgendwas von seinem persönlich verdienten Geld versteuern muß."

Auch ein Hartz-IV-Empfänger zahlt Steuern, und zwar Verbrauchsteuern. Auf den Grundbedarf 7 %25 Umsatzsteuer, auf den weiteren Bedarf 16 %25 Umsatzsteuer. Und mit der Busfahrkarte zahlt er auch anteilig Mineralölsteuer. Und wenn man sich zur Feier des Tages eine Zigarette leistet, wird es richtig teuer. Weiterhin kann es bei kurzfristigen Hartz-IV-Empfang dazu kommen, dass im rahmen des Progressionsvorbehalts durchaus eine Steuernachzahlung fällig wird. Dies kann insbesondere dann eintreten, wenn z.B. in der 1. Jahreshälfte Hartz-IV bezogen wurde und in der 2. Jahreshälfte steuerpflichtig gearbeitet wurde.

So long
dada schrieb:
auch hartzIV empfänger und arbeitslose zahlen steuern...
:-spy
Nein, tun sie nicht!
doch zahlen sie... aber ich ich diskutier nich weiter darüber, ich weiß was ich gezahlt habe und was nicht...

denise
dada schrieb:
doch zahlen sie... aber ich ich diskutier nich weiter darüber, ich weiß was ich gezahlt habe und was nicht...

denise
Alles Frage der Auslegung.
Auch ein Hartz-IV-Empfänger zahlt Steuern, und zwar Verbrauchsteuern. Auf den Grundbedarf 7 %25 Umsatzsteuer, auf den weiteren Bedarf 16 %25 Umsatzsteuer. Und mit der Busfahrkarte zahlt er auch anteilig Mineralölsteuer. Und wenn man sich zur Feier des Tages eine Zigarette leistet, wird es richtig teuer


Ich bin der Meinung, DU machst es Dir etwas zu leicht!

uuuuuuuh... wie unfair, dass Leistungsempfänger die "normalen" Steuern zahlen müssen!
Also ich denke ja auch, dass Leute, die netto monatlich ihre Kohle bekommen ohne auch nur einen Handschlag zu machen, als andere, die 40 Stunden wöchentlich arbeiten gehen, zusätzlich an der Supermarktkasse Vergünstigungen bekommen sollten und nicht auch noch unsere gesetzliche 7%25-ige Lebensmittelsteuer zahlen sollten. Ganz zu schweigen von unserer Mehrwertsteuer, die dann ab nächstem Jahr auch noch unverschämterweise erhöht wird. Und Tabaksteuern... es ist zum Haare raufen .... warum nicht Zigarretten verschenken?!

Also mal im Ernst: Es ist nicht DEIN Ernst, Sozialrechtler, diese Dinge in dieser Diskussion beizutragen?! Wenn von Steuern gesprochen wird, dann sind das m. E. die Steuern, die uns Arbeitnehmern von unserem erarbeiteten Lohn abgezogen wird... wir oder ich (z.B.) gehe tagtäglich Stunde für Stunde arbeiten und habe Abzüge in Höhe von 40%25, sprich: fast die Hälfte meiner Kohle geht für Steuern, Versicherungen & Co. (also auch für die Empfänger) drauf und trotzdem zahle ich bei jedem Einkauf, jedem Restaurantbesuch und jeder Zigarrette weitere Steuern.

De facto werden Arbeitnehmer quasi doppelt bestraft!

kleine Ergänzung!
hm, wenn ich mal überlege, was ich monatlich an steuern an vati staat bezahle. solange ich dafür eine GUTE gegenleistung bekomme, ist das ja auch noch für mich in ordnung. dabei liegt die betonung auf GUT.

ich bin sicher irgendwann einmal froh darüber, daß wenn ich in die situation kommen sollte hartz iV zu beantragen, es auch bekommen würde. aber was ich nicht verstehen kann ist, daß menschen, die in einem gehaltlich schwach gelegenen gebiet leben, 160 und mehr stunden monatlich arbeiten gehen müssen, um ihr leben zu finanzieren. und andere bekommen es für%27s fernsehschauen.

sicher, es gibt in jeder schicht sozialschmarotzer, aber jemand, der sich ins fernsehen setzt und wörtlich sagt "warum soll ich denn arbeiten gehen, ich bekomm doch genug geld" - dem gehört das geld komplett gestrichen.

diesen menschen muß ein anreiz geschaffen werden, daß sie arbeiten gehen sollen. dada, sicher willst du nicht auf die hilfe zurückgreifen. aber viele menschen machen genau das um NICHT arbeiten gehen zu müssen. also fühl dich bitte nicht persönlch angegriffen.

ich kann das gerechne der politiker nicht verstehen, aber leider wird der bevölkerungsdurchschnitt nicht mal nach seiner meinung gefragt, wenn es um solche entscheidungen geht, wo das geld der bürger ausgegeben wird. volksentscheide könnten ja unangenehm für die politik sein.

beste grüße
regina
Ich zitiere: "Ich bin der Meinung, DU machst es Dir etwas zu leicht! uuuuuuuh... wie unfair, dass Leistungsempfänger die "normalen" Steuern zahlen müssen!" etc...

Also: Ich habe nicht gesagt, dass ein Hartz-IV-Empfänger keine Verbrauchssteuern zahlen soll, ich habe nur der Aussage von "ghostwalker" widersprochen, diese Personen würden überhaupt keine Steuern zahlen. Und diese Aussage seinerseits ist eben falsch. JEDER in diesem Land zahlt Steuern in der einen oder anderen Weise.

Ich zitiere: "Also mal im Ernst: Es ist nicht DEIN Ernst, Sozialrechtler, diese Dinge in dieser Diskussion beizutragen?! Wenn von Steuern gesprochen wird, dann sind das m. E. die Steuern, die uns Arbeitnehmern von unserem erarbeiteten Lohn abgezogen wird... wir oder ich (z.B.) gehe tagtäglich Stunde für Stunde arbeiten und habe Abzüge in Höhe von 40%25, sprich: fast die Hälfte meiner Kohle geht für Steuern, Versicherungen & Co. (also auch für die Empfänger) drauf und trotzdem zahle ich bei jedem Einkauf, jedem Restaurantbesuch und jeder Zigarrette weitere Steuern."

Echt? Tagtäglich Stunde für Stunde? 365 Tage zu je 24 Stunden? Du weißt, dass das verboten ist in diesem Lande, oder?

Im Ernst: Bei einem Durchschnittsgehalt werden in Steuerklasse 1 ca. 20 %25 Steuern fällig, bei mir konkret sind es mit Soli 18,7 %25. dazu kommen natürlich noch die Abgaben in die Sozialversicherungen, was in der Summe ca. 40 %25 ausmacht. Im übrigen macht die Einkommenssteuer/Lohnsteuer am Gesamtsteueraufkommen in Deutschland nur ca. 30 %25 aus (2004: 30,6 %25). Die Umsatzsteuer trägt ebensoviel zum Steueraufkommen bei (2004: 30,7 %25). Unter Steuern nur die Lohnsteuer zu subsummieren, greift also deutlich zu kurz. Die Tabaksteuer spielt mit 3,2 %25 wie alle anderen Steuerarten nur eine untergeordnete Rolle.

Ich zitiere: "De facto werden Arbeitnehmer quasi doppelt bestraft!"

Hast Du schonmal ausgerechnet, was Du an Gegenleistungen aus den Steuertopf erhälst, für die Du nicht direkt eingezahlt hast? Mein Tipp: Geh mal durchs Leben und frag Dich mal, wer denn dies und jenes womit bezahlt hat......
Sozialrechtler schrieb:
Hast Du schonmal ausgerechnet, was Du an Gegenleistungen aus den Steuertopf erhälst, für die Du nicht direkt eingezahlt hast? Mein Tipp: Geh mal durchs Leben und frag Dich mal, wer denn dies und jenes womit bezahlt hat......
nein, hab ich nicht. aber ich bin gespannt, was du jetzt alles aufzählst...

Und immer schön beim Thema bleiben :-)