Antwort
Lieber ghostwalker,
Du machst es Dir etwas einfach:
Ich zitiere: "Zum Einen: Ich denke nicht, dass man mal Hartz IV Empfänger gewesen sein muß, um zu verstehen, was für eine schlimme Situation das ist. Die Situation an sich ist gar nicht so schlimm. Man bekommt sein Mietgeld, bekommt Heizung und Wasser bezahlt und dann noch monatlich etwas Geld zum Leben. Das einzig Schlimme ist meiner Ansicht nach, dass man eben nicht mehr sich alles kaufen kann, was man möchte, nicht mehr einfach so ins Kino kann und eben nur noch das Notwendigste bezahlt bekommt. Aber ist das wirklich eine schlimme Situation? Ich denke nicht. Man hat ein Dach über den Kopf und bekommt genügend Geld zum Leben. Und das wird finanziert von jedem Einzelnen, der Arbeit hat und all die Personen damit durchfüttert."
Du schreibst es ja selbst, was das Leben als Hartz-IV-Empfänger so unangenehm macht/machen kann: Man bekommt angeblich alles bezahlt, aber dafür darf man sich bis aufs Hemd ausziehen. Dies ist grundsätzlich auch okay, schließlich geht es um Steuergelder, die Du und ich zahlen. Aber man führt eben ein fremdbestimmtes Leben, und die Nachbarn tuscheln, wie mna sich schon wieder einen Kino-Besuch leisten könne, da ist doch bestimmt Schwarzarbeit/ein Lover/ sonstiges im Spiel. Die meisten Hartz-IV_Empfänger würden liebend gerne für das gleiche Geld arbeiten, dürfen aber nicht. Ich betone: Die meisten, Schmarotzer gibt es selbstverständlich - wie in jeder anderen Bevölkerungsgruppe - auch.
Ich zitiere: "Aber es kann und darf nicht sein, dass jemand über 1000 Euro brutto verdienen muß bei 40 Stunden die Woche um gerade mal so viel herauszubekommen wie jemand, der gar nichts macht."
Da scheint die Bundesregierung schon in ihren Rechenbeispielen etwas falsch gemacht zu haben. Diese 830 können sich nur auf einen Hartz-IV-Empfänger beziehen, der einen 1-Euro-Job macht. Ansonsten kann man - je nach MIethöhe - von 650 bis 700 ausgehen.
Ich zitiere weiter: "Und zum Anderen: Hartz IV Empfänger zahlen Steuern? Das stimmt so nicht. Die Leistungen, die ein Hartz IV Empfänger erhält, müssen vielleicht versteuert werden (obwohl ich nicht einmal weiß, ob das stimmt). Aber dennoch ist es nicht so, dass der Empfänger selber irgendwas von seinem persönlich verdienten Geld versteuern muß."
Auch ein Hartz-IV-Empfänger zahlt Steuern, und zwar Verbrauchsteuern. Auf den Grundbedarf 7 %25 Umsatzsteuer, auf den weiteren Bedarf 16 %25 Umsatzsteuer. Und mit der Busfahrkarte zahlt er auch anteilig Mineralölsteuer. Und wenn man sich zur Feier des Tages eine Zigarette leistet, wird es richtig teuer. Weiterhin kann es bei kurzfristigen Hartz-IV-Empfang dazu kommen, dass im rahmen des Progressionsvorbehalts durchaus eine Steuernachzahlung fällig wird. Dies kann insbesondere dann eintreten, wenn z.B. in der 1. Jahreshälfte Hartz-IV bezogen wurde und in der 2. Jahreshälfte steuerpflichtig gearbeitet wurde.
So long