http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,442868,00.html
So hoch ich den Spiegel sonst wegen seiner Qualität schätze, so beurteile ich diesen Artikel nicht so positiv. Jede Kultur hat ihre speziellen Rituale und Regeln. Die Beschneidungen kommen ja schließlich nicht nur in der Türkei vor sondern auch in Judentum oder in den USA. Ich selber bin auch beschnitten aber es gab keinen einzigen Moment in meinem Leben, an dem ich mir meine Vorhaut wieder zurückgewünscht hätte. Der Artikel liest sich für mich wie eine Verurteilung dieses Rituals:
Am Ende des Tages sehen die kleinen Muslime noch immer benommen drein. Sie mussten etwas von sich abgeben - warum, verstehen sie nicht. Sie wissen nur, dass die Tradition jeden Türken trifft. Und ihr Penis unbeschnitten eine Schande wäre.
Ich mag gar nicht mit anderen "Ritualen" beginnen, die in Deutschland gang und gebe sind: "Zwangstaufe" zum Beispiel. Der Gedanke, Kinder frei entscheiden zu lassen, was sie möchten und was nicht, ist richtig und gut. Aber deswegen gleich Dinge zu verurteilen, die sie weder verstümmeln noch im späteren Leben wirklich schädigen, finde ich sehr bedenklich. Und zudem entscheiden heute noch vornehmlich die Eltern, was für Ihre Kunder gut und was schlecht ist. Zum Glück.