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World of Warcraft - Der soziale Verfall eines Menschen

Das Online-Spiele süchtig machen können, ist hinlänglich bekannt. Die besondere Gefahr, die von World of Warcraft ausgeht, habe ich bereits dann machen dürfen, als das Spiel nur wenigen zugänglich war. In der geschlossenen Beta habe ich das Spiel gespielt und war von Anfang an sehr fasziniert. Als es dann in die offene Beta ging und das Spiel schließlich in den offenen Verkauf gelangte, habe ich es mir gekauft und auch dann gespielt. Schnell habe ich jedoch gemerkt, das die Zeit einfach vorüber zieht. Man bekommt nicht mit, wie lange man spielt. Man ist mitten im Geschehen und zockt und zockt und zockt. Nach rund 2 Monaten habe ich das Spiel dann gelassen und begnüge mich mittlerweile wieder mit Spielen für Zwischendurch z.B. Wii Sports auf der Konsole Wii.

Diese Geschichte im Forum von World of Warcraft erzählt von einem Menschen, der diesen Absprung nicht so einfach geschafft hat. Man sollte sich Zeit nehmen, das gesamte Posting zu lesen. Es ist sehr detailliert und realistisch geschrieben.

Ich habe keinen meiner alten Freunde mehr, von meiner damaligen Freundin ganz zu schweigen. Ich habe nach 16 Jahren meinen Sport aufgegeben, führe meine Hobbys nicht mehr aus und das Klavier wurde seit mehr als 1 Jahr nicht mehr angefasst. Ich habe 15 Kg zugenommen und beim Fitnesstest vor 2 Wochen (den ich aus eigenem Interesse absolvierte) ein biologisches Alter von 28 bestätigt bekommen, was bedeutet, dass ich vom letzten Test bis jetzt in 24 Monaten um 8 Jahre gealtert bin. Ich sehe blass und ungesund aus, was auch an meiner etwas ungepflegten Friseur liegen kann. Meine Seekraft hat sich um 25 Prozent reduziert. In der Uni kann ich dem Unterrichtsstoff schon seit geraumer Zeit nicht mehr folgen, weil ich seit 5 Monaten mit Kopfhörer spiele, was schon lange keinen mehr Interessiert.

http://forums.wow-europe.com/thread.html?topicId=80929012&sid=3
oh Mann! Aber ich denke, in abgeschwächter Form hat das jeder von uns schon mal mitgemacht... egal ob wegen nem Spiel oder wegen nem Chat!

Macht ganz schön nachdenklich ...
ich spiel wow jez seit 2 jahren und ich muss sagen, jau, ich bin schon süchtig, aber noch kann ich mich tagsüber von dem spiel abwenden und meinen täglichen pflichten nachkommen ..

jetzt ist dort ein add-on rausgekommen, was alle so ziemlich heissersehnt haben ... extra für den verkauf wurden die meisten verkaufafilialen um 12 uhr nachts aufgemacht .. media märkte, kleine computerläden ect.

wir haben das add-on 8 monate vorher vorbestellt, jeder, das 2 monate davor bestellen wollte, hatte ziemlich schlechte chancen, eins zu bekommen, dasselbe gilt für die, die garnicht vorbestellt haben (gibt ja aber vorbesteller, die 5 kaufen und danach für teures geld bei ebay verscherbeln)

ihr glaubt nicht, was in den läden los war, wir waren bei nem sehr kleinen laden, der gerade erst 2006 neu aufgemacht hatte (maximal 30 quadratmeter gross) und schon dort standen geschätzte 350 leute, gefühlte 800 ^^

freunde von mir erzählten, dass sie bei media markt waren, ein vergleichsweise sehr groser laden, und dort von polizei geschätzte 3500 leute vor standen (bochum) ... als die türen geöffnet waren, ging es wohl bürgerkriegsähnlich zu, mit zertretenen glascheiben der eingangstür, zertrampelten cd%27s und alles was in regalen verstaut war, hatte sowieso keine sonne mehr .. oftmals kam es dort wohl auch zu verletzungen (brüchen an den händen usw.)

in berlin kam es zum kompletten zerbruch der gegenstände sowie der mitarbeiter, diese sind geflüchtet vor dem ansturm und konnten sich danach nicht vor plünderern retten ... warum ? sie versuchten die taktik "nur vorbesteller bekommen versionen" übers micro in den laden brüllen und dann flippen natürlich die aus, die auf gut glück noch eine ergattern wollen .. stürmten den wow-stand und klauten regelrecht die ganzen sachen ..

ich hab videos in den wow-foren gesehen, wahnsinn, ich war ein glück nicht nachts um 12 da irgendwo unterwegs und ich wär wohl auch bei so%27nem ansturm rein aus selbstschutz wieder gegangen
Ich frage mich schon, wie ein Spiel so richtig süchtig machen kann. Bei World of Warcraft habe ich es schon zu Anfang erlebt das man sagt "Nur noch diese eine Mission, nur noch eine Stunde" und dann ging es immer weiter. Aber das man wirklich sein Leben vernachlässigt, seine Freunde nicht mehr trifft, eventuell nicht mehr lernt oder öfters krank macht um zu spielen ist schon krass.

Und selten scheint dies nicht zu sein. Wenn Tarantel schon erzählt wie voll es zu Mitternacht war, dann frage ich mich wirklich, wie vielen Menschen es so geht wie dem Schreiber dieses Berichts im Internet. Ich glaube, dass ein Behandlungszentrum für Computerspiel-süchtige sehr guten Zulauf bekommen sollte. Vielleicht eine neue Geschäftsidee? ;-) Spaß beiseite. Ich hoffe, das es nicht vielen anderen so geht wie dem Autor des Beitrags.
Es gibt nochetwas, das einem die meiste Zeit des Lebens unwiederbringlich raubt.
Es nennt sich "Arbeit".



(Der Beitrag liest sich sehr spannend und unheimlich,
ich habe ihn bisher nur auszugsweise gelesen, werde es aber bald mal komplett tun.
Vielleicht drucke ich ihn aus und lese unterwegs...)
Das stimmt. Aber da arbeitest du wenigstens mit echten Menschen, kannst dich normal unterhalten, bewegst dich ein wenig, pflegst reale Kontakte, schaffst wirkliche Werte und Güter und verdienst Geld. Ob nun gutes oder weniger gutes ist irrelevant :-grins
Nicht bei jeder Arbeit hat man soziale Kontakte, ich denke da an die abends die Starßenbahnstationen sauber machen

ich selbst arbeite im call center
hab wegen Wow noch nicht krank gemacht
Das addon hab ich mir am erscheinungstag gemütlich morgen im buchladen geholt
und spiele so oft ich kann und manchmal mach ich dafür nach ablauf der gamecard mal einen oder 2 monate pause

nur schwache menschen werden spielsüchtig
ich hab immer noch soziale kontakte (im spiel und in der arbeit gibt dort genug wow spieler)

man sollte nicht das spiel beschuldigen
sowieso, sind wir ja alle amokläufer <grins>
Ich frage mich ja was für einen Charakter man haben muss, um süchtig nach einem Spiel zu werden. Ich meine, da kann doch im Gehirn, im Leben des entsprechenden Menschen etwas nicht in Ordnung sein. Die Realität scheint einen ja nicht wirklich zufriedenzustellen.
Letztendlich ist es ein Hobby, wie Fussball im Verein spielen, oder Zeichnen in der Freizeit.

Es ist egal, welchen Charakter man spielt, das Süchtige ist das Zwischenmenschliche. Man lernt dort sehr viele nette Menschen kennen, unterhält sich mit Ihnen genauso wie Real im TeamSpeak, nur kann man sich nicht in die Augen dabei schauen. Nebenbei spielt man mit denjenigen zusammen, verbessert den eigenen Charakter zusätzlich. Man hat genauso Treffen wie wir das von MX auch hatten, da man die Menschen, die einem Nahe stehen gerne mal Real sehen möchte.

Und ich finde nicht, dass unbedingt eine Unzufriedenheit vom RL der grund sein muss, süchtig nach einem Spiel zu werden, ganz und garnicht. Der eine zockt lieber, als ne Fahrradtour zu machen oder morgens zu joggen.

Es gibt nur diesen einen Unterschied, man verfällt zunehmenst, wie der Beitrag dort ausführlich berichtet .. aber weniger Freunde bzw. Kontakte hat man deswegen nicht ;)
Hm ja, ich verstehe, was du damit sagen möchtest. Wahrscheinlich ist das Phänomen WoW so neu, das man sich erst einmal daran gewöhnen muss. Ich habe zwar auch schon bevor das Spiel erschien von Onlinesucht gehört aber diese schien damals nicht so groß ausgebreitet gewesen zu sein.
ghostwalker schrieb:
Hm ja, ich verstehe, was du damit sagen möchtest. Wahrscheinlich ist das Phänomen WoW so neu, das man sich erst einmal daran gewöhnen muss. Ich habe zwar auch schon bevor das Spiel erschien von Onlinesucht gehört aber diese schien damals nicht so groß ausgebreitet gewesen zu sein.
Onlinesucht ist ein Thema, seit es Internetzugang für jeden gibt. Ich zumindest kann mich seit Ende der 90er an immer wieder auftauchende Berichte über zunehmende Vereinsamung und wachsenden Realitätsverlust von Internet-Nutzern erinnern - dafür ist kein WOW notwendig, da reichen schon Chatrooms und Sexseiten (mal davon abgesehen, dass es auch schon vor WOW MMORPGs gab, die zum stundenlangen Verweilen einluden).

http://de.wikipedia.org/wiki/Onlinesucht
Nicht ausgebreitet denke ich, ist falsch.

Sie waren nur alle auf verschiedenste Spiele verteilt.

Ich würd behaupten, Ultima Online, Ragnarök, CounterStrike, Diablo 1/2, Dark Age of Camelot ... und n paar mehr sind die Suchtspiele gewesen, heute spielen gerade viele von denen WoW.

Ich war beispielsweise ein Mitglied der erfolgreichsten, deutschen Gilde in Ragnarök. Nach Release von WoW zerbrach diese an Member-Schwund. Heute spielen von den 56, die man maximal haben konnte, ca. 35 WoW - das ist eine sehr hohe Zahl, und das waren nur 35 Leute von eigentlich 8000 aktiven Accounts des Europäischen Server%27s (wovon es zwei gab und zusätzlich Internationale Server, test-Server ect ect ect.) Angemerkt, ist das nur ein Spiel und ich denke, alle Online-Spiele, die es gibt, haben grossen Verlust durch WoW gemacht.

Die Sucht kommt jetzt wohl mehr zum Thema, weil%27s fast ausschliesslich nur noch dieses eine Spiel ist, was gezockt wird. Vor gut zwei Wochen wurde bekannt gegeben, dass es mehr als 8 Millionen aktive Abo%27s sind, dass hat noch nie jemand in der Geschichte eines Rollen-Spiels geschafft, das sind mehr als die Einwohnerzahl von der Schweiz.

Das dort die Rate der Suchti%27s natürlich sehr hoch ist, sollte jedem verständlich sein, umso eher muss Blizzard sich natürlich ständig angeprangert fühlen von der Presse.
Ich denke ihr habt beide Recht. Das Onlinesucht schon existitiert habe ich zwar gewusst, aber eben nur vereinzelt was Sexsucht, Chatsucht oder allgemein Internetsucht angeht. Ich denke jedoch das durch die immer größere Verbreitung des Internet, die immer schneller und günstiger werdenden Zugänge auch das Thema Onlinesucht immer wichtiger geworden ist. Spiele wie WoW ziehen eine große Masse an Spielern an und daher wird das Thema momentan auch so stark aufgegriffen. Vorher waren es eher weniger Nutzer die süchtig nach einigen Plattformen waren. Heute sind es sehr viele Nutzer, die sich zwar auch auf viele Plattformen verteilen, aber auf einigen eben besonders stark.
Hier ist übrigens noch ein sehr interessanter Artikel aus FAZ.NET
http://www.faz.net/s/Rub4C34FD0B1A7E46B88B0653D6358499FF/Doc~E2C25DA527CCB43A38CE8380623689B30~ATpl~Ecommon~Scontent.html