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Schweizer Luxussorgen

Heute Morgen in der Zeitung gelesen und dabei herzlich gelacht. In einem Ziel scheinen sich alle Politiker in Deutschland einig zu sein: Das Kernproblem ist und bleibt die Arbeitslosigkeit. Zumindestens in Deutschland. In der Schweiz hingegen haben dieses Problem jedoch nicht. Die Arbeitslosenquote liegt bei den Eidgenossen nämlich bei beachtlichen 2,8%25. Fürs übernächste Jahr sind sogar nur 2,2%25 prognostiziert. Und sogar bei Gehältern, bei denen sich deutsche Mindestlohnpolitiker die Augen reiben: Eine Kassiererin bei Aldi fängt gar nicht unter 2000 Euro an zu arbeiten. Verantwortlich dafür ist eine liberale Gesetzgebung: Geringe Abfindungen, kurze Kündigungszeiten und keine großen Tarifverträge. Jeder kümmert sich um sein eigenes Wohl und das funktioniert erstaunlich gut. Aber der Titel dieses Beitrages lautet ja "Schweizer Luxussorgen" und dazu möchte ich jetzt auch kommen.

Denn die immer weiter sinkende Arbeitslosigkeit führt nun dazu, dass immer mehr staatliche Stellenvermittler auf der Straße stehen. Die regionalen Arbeitsvermittlungsstellen erhalten eine "Entschädigung" aus der Arbeitslosenversicherung, deren Höhe sich nach der Anzahl der Stellensuchenden richtet. Die Formel lautet dort: Weniger Arbeitslose = Weniger Geld für die Arbeitsvermittlung = Entlassungen in den ARbeitsämtern. 150 Mitarbeiter der mittlerweile rund 3000 Köpfe zählenden großen Schweizer Arbeitsverwaltungsagenturen müssen sich seit Jahresbeginn vorwiegend selbst beraten.

Vielleicht sollte sich hier Deutschland mal ein klitzekleines Beispiel nehmen. Und wer weiß, vielleicht führt der Abbau von Bürokratie auch endlich mal zu einem Abbau von Mitarbeitern in unseren Agenturen für Arbeit :-grins
Ich bin ja Schweizer daher weiss ich nicht wie es ist mit der Arbeitslosichkeit in Deutschland.
Ne frage:
Wie is das eigentlich in Deutschland eine Stelle zu finden??(Schwer)?

Mit freundlichen

Grüssen

Thunder
Naja Thunder, das kann man ja nicht so verallgemeinern. Wenn man in den heutigen Zeiten bestimmte Berufe ausüben kann, so kann man sich über Jobangebote sicher nicht beschweren. Aber das betrifft tatsächlich nur vereinzelte Berufe. Im Großteil des beruflichen Lebens ist es nicht gerade so, dass man sich immer die Jobs aussuchen kann. Entweder man ist besonders gut oder man kann sich besonders gut verkaufen. Ich für meinen Teil hatte keine größeren Schwierigkeiten, neue Auftraggeber zu finden, das mag aber sicher an meinem speziellen Berufsumfeld liegen, auf dem es eben nicht so viele Experten gibt. Anders sieht es bei Tätigkeiten aus, für die keine besonders großen Kenntnisse erforderlich sind. Dort ist es dann weit schwieriger. Ich kenne die Details des deutschen Arbeitsmarktes leider nicht so gut, dass ich hier ins Detail gehen könnte, aber bei rund 4 Millionen Arbeitslosen scheint hier doch einiges nicht so gut zu laufen wie bei euch in der Schweiz.

Im übrigen arbeite ich seit Januar für ein großes Schweizer Unternehmen hier in Deutschland und ich muss sagen: Ich habe die Schweizer richtig liebgewonnen mit ihrer besonderen Art ;-)

Liebe Grüße
Alper
ich hab die schweizer auch lieb: schärfste Asyl- und Ausländergesetze, bizarre ideen über den Verbot von Minaretten.

Grüezi
Ich glaub, hier in Deutschland läuft grundlegend nicht eine Sache falsch, sondern superviele.

Angefangen von Schulbildung über Ausbildung bis hin zu Asyl/Ausländer-Problemen sowie schwache Förderung von Mütter%27n ect. ..

Ich hab selbst ein ganz großes Problem, früh Mutter geworden zu sein, blöd gelaufen, aber nicht mehr zu ändern. Nun hab ich einen Kindergartenplatz von morgens um 8 bis nachmittags um 2 (Ein weiteres Problem, Kindergartenplätze/betreuung.). An sich ist es weniger ein Problem für diese Zeit Arbeit zu finden, da viele Firmen Teilzeit-Jobber aufnehmen, find allerdings mal eine Teilzeit-Ausbildung, wo 80%25 der Firmen nichtmal wissen, dass es sowas gibt, wobei es in den meisten Fällen wesentlich angenehmer für Betriebe ist als Vollzeit-Ausbildungen, da die monatlichen Kosten auf 4-5 Jahre verteilt sind als nur 3 Jahre und Lehrlinge meist nicht mehr als diese Zeit benötigt werden, da die Arbeiten zum lernen sind.

Du bewirbst dich also, am besten persöhnlich, da meist garnicht erst auf solche Arten geantwortet wird und betreibst gleichzeitig Aufklärungsarbeit und musst denjenigen erstmal erklären, wie sowas abläuft und funktioniert.

Wenn ich dann das Glück habe, ne 5jährige Ausbildung zu kriegen, werd ich die nächsten 5 Jahre weiterhin von soviel Geld wie derzeit mit Hartz 4 leben und hab nicht nach 3 Jahren eventuell nen besseren Lohn. In meinem Falle wäre ich mit 25-26 mit der Ausbildung erst fertig.

Wie man sieht fängt die Story bei der Vernunft an, was die Verhütung in jungen Jahren betrifft, die Vernunft oder Unvernunft vielleicht, sich dafür zu entscheiden, hin zum moralischen, das Kind nicht 10 Stunden täglich abgeben zu wollen und letztendlich hört es bei schwieriger Mütterunterstützung auf mit der Aussicht auf ein langes, eingespartes Leben.
In diesem Falle also mehr oder minder 5-6 zusammenhängende Probleme die man durchaus auf Deutschland schieben kann sowie durchaus auf sich selbst, wobei dies nur ein Fall ist und es hunderte gibt, die unterschiedlich sind, wo wiederum weitere Probleme ins Spiel kommen.
Wow,ich gleube, das ist das erste Mal, dass ich eine Community finde in der sowas mal ernsthaft besprochen wird.

Also was das Jobfinden in Good Old Germany angeht so ist das in einigen Branchen wie ein Sechser im Lotto.
Ich sprech da aus einiger Erfahrung.

Ich glaube die Schweizer machenen sich das Leben selbst einfach nicht so schwer.
Und ein cooles Völkchen sind sie obendrein :D