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2001 - Ein Promi-Zitaten-Drama

Normalerweise lese ich nie so eine Art Zeitschrift wie "Max", aber bei sowas war mir einfach das Lesen wert. ;o)

2001 - Ein Promi-Zitaten-Drama
(entnommen aus dem Max-Heft)

Darsteller: (Michael Ammer, Dieter Bohlen, Boris Becker, Klausjürgen Wussow, Yvonne Wussow, Ulla Kock am Brink, Sabine Scholz, Rudolf Scharping, Verona Feldbusch, Doris Schröder-Köpf, Gerhard Schröder, Chor der Kanzlerkusinen aus dem Osten, Klaus Wowereit, Giulia-Siegel, Michael Steiner, Gott)


1. Akt
Eine Lichtung im finsternen deutschen Walde. Die grauen Nebel einer Society-Nacht heben sich und geben den Blick frei auf den mit Blut, Kokain, Alkohol und geraubtem Samen getränkten Boden. Aus dem Hintergrund lösen sich dunkle Gestalten, die ziellos hin- und hermaschieren.

Ammer: (brüllt) Jaaa, ihr Schweine, ist das nicht %27ne geile Party!?
Bohlen: (kratzt sich am Kopf) Ich bin im Laufe der Jahre unsicherer geworden.
Ammer: Ach was, ich hab%27 3000 Pistenhühner der Klasse XXX in meiner Kartei. Die warten schon!
Wowereit: Ich bin schwul, und das ist auch gut so.
Bohlen: Ich steh%27 ja mehr auf exotischen Typen.
Ammer: Da muss man nur mal in die Toiletten reinschauen.
Bohlen: Das finden viele Frauen natürlich schön, und ich mache sowas auch ab und zu.
Becker: Eine finanziell unabhängige Situation kann auch in Krisen helfen.
Ammer: Ich war erstmal im Puff. Das ist ein Geben und Nehmen. Ich habe Herrn Bohlen auf noch keiner Party knutschen und poppen sehen.
Becker: Das ist auch schwer, weil einen jede Sau kennt. Ich bin heute nicht mehr so scharf auf kurze Affären.
Scharping: Jeder Mensch darf seine Gefühle offen zeigen.
Gräfin Pilati: Genau! "Wohlan mein Herz, nimm Abschied und gesunde." Das ist unser Satz. Man macht auch Erfahrungen, die sind bitter, die tun weh.
Ammer: Dass dieses Mädchen meine Sexsklavin gewesen sein soll, ist eine schlechte Soap-Opera. Ich habe mit der zwei Tage und zwei Nächte in einer Suite gefeiert und Koks konsumiert. Später hat sie dann behauptet, ich hätte sie im Hotel festgehalten. Ich hatte mal ne Freundin, die auf sowas stand.
Scharping: Macht ist etwas sehr Positives. Das Hinfallen ist ja keine Schande, sondern das Liegenbleiben.
Becker: Ich musste die Opfernrolle spielen. Ich habe mir fast in die Hose geschissen, weil ich nicht wusste, wie es läuft. Klar war ich der Verlierer. Ich habe nur Angst um die Kinder.
Scharping: Ich verstehe diese Angst gut. Die Trittbrettfahrer müssen härter bestraft werden.
Schröder-Köpf: (aus dem Off) Wir müssen unsere Kinder wieder strenger erziehen und ihnen Werte übermitteln.
Becker: Ich brauche jemanden, der sich gegen mich auflehnt, sonst wird mir langweilig.
Babs: Ich will Dich fertig machen. Jetzt sind wir Gegner.
2. Akt
In der Ruhmeshalleder Burg Walhalla ist ein großer Boxring aufgebaut. Die Meute johlt. Draußen vor der Tür wird gerade aus der Nase blutende Stafan Raab antransportiert. Mehrere Personen drängeln sich in den Ecken und warten darauf, dass sie auch zuschlagen dürfen.

Klausjürgen Wussow und seine Frau Yvonne betreten den Ring.


K.Wussow: Ich schäme mich dafür, dass ich die frau seit 15 Jahre kenne und 9 Jahre mit ihr verheiratet war! (Er spuckt Yvonne ins Gesicht. Beifall)
Y.Wussow: Mein Mann weiß schon lange nicht mehr, was er tut und redet. Sein Psychiater spricht von einer schweren Persönlichkeitsstörung. (Sie tritt ihm ans Schienbein und schlägt ihm mit der Hand ins Gesicht)
K.Wussow: (richtet sich auf und spuckt Blut) Diese Frau ist nicht ganz gesund. Sie ist auf irgendeiner Art schizoid. Mich hat sie aussortiert wie einen alten Hund. (Er holt aus und boxt ihr in den Bauch. Die Menge brüllt euphorisch)
Y.Wussow: Mein Sohn schämt sich für seinen Vater. Prost Jürgen!
K.Wussow: Irgendwann wir er es auch begreifen, wer hier die Böse ist, und zu mir zurückkommen.
Schröder-Köpf: (aus der Ehrentribüne) Wir müssen unsere Kinder wieder strenger erziehen und ihnen Werte übermitteln.
Sabine Scholz: (betritt den Ring und schlägt Yvonne von hinten in den Rücken) Mit mir hatte Klausi in drei Monaten mehr Sex als mit Yvonne in den neun Ehejahren.
K.Wussow: Sabine kocht mir Eintöpfe, massiert mich, cremt mich ein, wenn ich aus der Dusche komme. Yvonne hat sich immer nur um sich selber gekümmert. (Witwe Scholz tritt noch einmal kräftig zu.)
Y.Wussow: Von der Witwe eines verurteilten Totschlägers hätte ich nichts anderes erwartet. (Sie nimmt die Köpfe von Witwe Scholz und ihrem Mann und schlägt sie aneinander. Alle drei sinken tot zu Boden. Frenetischer Applaus.)

Im Sanitätszelt liegt verona Feldbusch auf einer Liege, weint und massiert den protokollierenden Gerichtsmediziner den Schritt.


Feldbusch: (schluchzt) Dieter Bohlen behauptet immer noch, er hätte mich nicht geschlagen. Natürlich hat er mich geschlagen. Er hat ausgeholt, zugeschlagen, er ist Linkshänder, und ich knallte gegen die Wand und hier spritzte das Blut nur so raus.

Der Gerichtsmediziner stöhnt hingebungsvoll, doch plötzlich kommen aus dem danebenliegenden Büfettzelt Leute hinzu.

Bohlen: Das stimmt doch gar nicht. Verona lügt! Sie warf mir einen Schlüsselbund ins Gesicht. Als Reaktion darauf habe ich sie weggeschubst.
Naddel: (wichtigtuerisch) Kein Mitleid! Irgendwann ist Schluss mit Verzeihen!
Giulia Siegel: (zeigt Naddel die lange Nase) Ach was! Naddel hat meinen Papi von Anfang an für ihre Promi-Aktion benutzt. Das ist für mich Prostitution!
Naddel: (empört) Ich bin doch keine Hure!
Ammer: (kommt hinzu, streng) Jetzt ist Schluß! Partyhühner müssen knutschen, tanzen, lachen!
Steiner: (torkelt und brüllt) Wo bleibt denn mein Kaviar, Sie Arschloch?
3. Akt und Letzter Akt
Auf dem Dach des Berliners Reichtags. Gerhard Schröder bläst ein eisiger Wind ins Gesicht, doch trotzig versucht er, mit einem Schraubenzieher die Scheinwerfer des guten alten Lichtdoms zu reparieren.

Der Chor der Kanzlerkusinen: (schunkelnd, in viel zu engen FDJ-Hemden) Hast Du %27nen tollen Blick hier!
Schröder: Gegenwärtig ist das nicht mein Thema. Wir müssen eine historische Entscheidung treffen.
Der Chor der Kanzlerkusinen: Er redet sich immer gut raus. Wir gehen vorher duschen. Sonst können wir uns ja nicht knutschen.
Schröder: Ich glaube, das gibt es nicht. Man hat die eine oder andere Sensibilität unterschätzt.
Lothar Vosseler: Ich würde gerne so eine Quizsendung im Fernsehen machen.
Schröder: Dem stimme ich nicht zu. Wegschließen - und zwar für immer.
Steiner: Ja! Arschloch! Entfernen Sie diesen Mann!
Schröder: Das Gegenteil wäre falsch und verwerflich.
Feldbusch: Ich will in die Politik! Ich will etwas bewegen.
Schröder: Die von mir gezogene rote Linie - Risiko ja, Abenteuer nein - wird dadurch nicht überschritten.
Feldbusch: Jetzt werde ich geschlagene Frauen helfen.
Kock am Brink: Hier! Mir geht es dreckig. Ich kämpfe um meine Ehre, mein Ruf ist ruiniert, meine Karriere vermutlich auch.
Feldbusch: Was Ulla Kock am Brink getan hat, finde ich unverzeihlich und skrupellos.
Kock am Brink: Sorry, das ist so, wenn man verknallt ist. Es ist fatal, dass Frauen, die ihre Mann verlassen, immer noch als Hexen dargestellt werden, und Männer, die ihre Frauen verlassen, als erfolgreiche Flirtjäger.
Schröder: Unfassbar! Ich weise dies mit aller Entschiedenheit zurück. Wegschliessen - und zwar für immer!
Schröder-Köpf: Zu Hause in Hannover hätte ich selbst was gebacken.
Feldbusch: Ich glaube, das ist das Schlimmste, was einem passieren kann.
Schröder: Es geht nicht anders. Ich lasse mir das Heft des Handelns nicht aus der Hand nehmen.
Elvers: Ach was! Wir sind doch alle nur Kinder der Bild-Zeitung.
Schröder-Köpf: Wir müssen unsere Kinder wieder strenger erziehen und ihnen Werte übermitteln.

Plötzlich endet der Sturm, der düstere Wolkenhimmel öffnet sich einen Spalt, daraus dringt Licht, und Gott erhebt seine Stimme.

Gott: Es ist ein grosses Geschrei, dass ihre Sünden sehr schwer sind.
Schröder: (schulterzuckend) Das kann nicht die Botschaft sein.
Bohlen: (faltet ehrfurchtsvoll die Hände) Bei den meisten Leuten gibt es Gott nur, wenn es ihnen schlecht geht.
Becker: Niemand weiß so recht, was er wirklich macht, wer er wirklich ist.
Bohlen: Wenn ich tot bin, muß ich mir über nichts mehr Gedanken machen. Ich gehe oft in die Kirche. Mich stört nur, dass die Leute da immer gucken, wieviel ich in den Klingelbeutel werfe.
Becker: (gen Himmel) Du kannst mich vier Wochen grillen. Ich habe keine Angst vor Dir.
Gott: Sieh gen Himmel auf und zähle die Sterne. So zahlreich sollen deine Nachkommen sein!
Becker: Ich bekenne mich zu meiner Vaterschaft. Aber ich hasse nichts mehr, als in einer Herde mitzulaufen.
Feldbusch: Ich wünsche mir im nächsten Jahr einen Bambino.
Bohlen: Wenn es sowas gibt, komme ich in den Himmel, aber hundertprozentig.
Gott: Wohlauf, lasst uns herniederfahrenund dort ihre Sprache verwirren, dass keiner des anderen Sprache verstehe.
Bohlen: (in Kreischstimme) Brother Louilouiluiluiiiii...
Feldbusch: Dort werden Sie geholfen.
Becker: Aus juristischen Gründen kann ich nichts dazu sagen.
Feldbusch: Blubb.
Schröder: Ho%27 mir ma%27 %27ne Flasche Bier.
Naddel: Poppen ohne Noppen.
Steiner: Arschloch!
Ammer: Jaaaa. Ist das %27ne geile Party, ihr Schweine!
Feldbusch: Blubb. Blubb.

(Vorhang)
Üblicherweise werden die Zitate nur einzeln genannt, aber erst hier, im Kontext, ergeben sie einen Sinn!
Danke@Max und Froggy für die aufhellende Recherche. :O)
yeah, da hat sich jemand mühe gemacht! hat teilweise fast schon literarischen wert.

*i%27ve got surrealistic feelings* ABA
hat teilweise fast schon literarischen wert.
Kurios, das dachte ich nach dem Lesen auch.