Ich habe den Thread gelesen und brav abgestimmt - aber schreiben ... das ist schwierig, weil das Thema eigentlich einer umfassenden und komplexen Abhandlung bedarf.
Die Welt wird sich der Menschheit entledigen - vielleicht nicht in diesem Jahrhundert, aber allzu weit in der Ferne sehe ich das Ende nicht.
"Sei es die Euroeinführung, der Krieg im Nahen Osten, die hungernden Kinder in der dritten Welt oder unser Bildungssystem." Das sind doch alles nur kleine Sandkörner in einer riesigen Wüste - eines davon in fruchtbare Erde zu verwandeln wird vielleicht ein momentanes Glücksgefühl bescheren, aber es wird ruckzuck wieder im Meer der Verdorrtheit untergehen.
Hier etwas zu spenden, da einen Baum zu pflanzen, dort das Bildungssystem zu reformieren - das ist nur das Herumdoktern an Symptomen. Wollte man tatsächlich etwas an der Welt, wie sie sich heute präsentiert, verändern, verbessern - dann müssten gewaltige Umwälzungen am Urgrund stattfinden. Abschaffung des Geldes, Niederreißen der Grenzen, Vernichtung aller Machtgefüge - kurzum: Anarchie. Knallharte Anarchie. Ohne Wenn und Aber.
Der Mensch hat jedoch oft genug bewiesen, daß er zur Anarchie nicht fähig ist. Er würde kläglich versagen. Könnte man davon ausgehen, daß der Mensch an sich wirklich von Grund auf "gut" ist, dann wäre da noch eine kleine Hoffnung - aber dem ist nicht so.
Ich sage dennoch nicht "Legt Eure Hände in den Schoß, man kann sowieso nichts verändern". Laßt uns weiterhin spenden, Bäume pflanzen, Omas über die Straße helfen, politische Websites betreiben/unterstützen - es wird unseren Mikrokosmos für einen Augenblick erhellen. Aber im Weltgefüge verändern wir dadurch nichts. Dafür ist die Welt viel zu kompliziert, gibt es zu viele undurchschaubare Verwicklungen - und hinter allem steht die Macht. Sie wird man nicht brechen können (zumal sie den Großteil der Menschheit im Schlaf hält) - aber sie wird sich eines Tages ihr eigenes Grab schaufeln.
Mehr kann ich dazu einfach nicht schreiben - denn sollte ich dies weiter ausführen, dann könnte man das Resultat nur in Buchform konsumieren *lächel* Es müsste nicht nur über Politik, Wirtschaft, Wissenschaft diskutiert werden - hinzu kämen noch grundlegende philosophisch-theologische Überlegungen - das Ergebnis wäre definitiv zu mächtig, um in einem kleinen Forum Platz zu finden.
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