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Warme Küche

Warme Küche

"Genau das Richtige jetzt", nickte ich zufrieden vor dem Aushang des Gasthauses "Warme Küche - wie bei den Muttern!" Ich rieb meine klammen Finger. "Da kommen Erinnerungen auf..."
"Ich bin auch richtig durchgefroren", lächelte ich drinnen dem Wirt zu. "Erst den Glühwein?", fragte dieser. "Oder lieber einen Grog...?"
"Einen Glühwein", strahlte ich, "....und eine Karte?", erkundigte sich der Wirt, als er wenig später schon den Glühwein brachte. "Nein wirklich...?" schüttelte ich den Kopf. "Ist die Küche so groß?" Das sehe man dem Gasthaus von außen gar nicht an. "Das nicht", der Wirt lachte nun, "aber gut organisiert."
Dann würde er sich bestimmt auch ohne Karte zurechtfinden, schmunzelte ich. "Eigentlich könnte ich meinen Glühwein gleich mitnehmen..." Ich erhob mich und nahm mein Glas. "Mitnehmen...?" fragt verwundert der Wirt. "Wohin...?"
"In die Küche", nickte ich. Der Wirt musterte mich eingehend. "Sie....Sie wollen in die Küche...? Sind Sie von der Lebensmittelaufsicht?"
"Aber nein", antwortete ich verwundert. "Es ist nur wie früher, wenn wir durchgefroren reinkamen, brachte Mutter uns die Filzpantoffeln, und dann ab in die Küche.. zum Aufwärmen." Und da hätte Mutter uns dann oftmals eine Geschichte erzählt, oder unsere seelige Oma. Das gehe nun aber leider nicht, bedauert der Wirt. "Aus hygienischen Gründen, Sie verstehen...?"
"Das Geschichtenerzählen?" runzelte ich die Stirn. "Aus hygienischen Gründen darf ich Sie nicht in die Küche lassen", nickte der Wirt. Ich sah ihn erstaunt an. "Ich sehe unhygienisch aus?", wollte ich wissen.
"Aber nein", lacht nun der Wirt, wenn auch ein wenig gequält, "aber in die Küche darf heute niemand mehr ohne Schutzkittel. Selbst die Lebensmittelaufsicht nicht. Für die hängt immer ein Kittel bereit."
"Den zieh ich dann an", entschloss ich spontan und war auf dem Weg in die Küche. Der Wirt stellte sich leicht davor und reagierte sehr unwillig. "Sie können nicht in die Küche, ich serviere Ihnen Ihr Essen hier am Tisch."
"Mein Essen?" schüttelte ich den Kopf. "Aber ich habe doch gar nix bestellt..!"
"Dann bestellen Sie doch endlich!", forderte der Wirt mich auf. Er habe mir ja eine Karte angeboten. "Eine Karte?", fragte ich. "Unsere Speisekarte, ja", nickte der Wirt. "Aber Sie wollten ja..."
"Das dachte ich%27s mir doch", erregte ich mich nun, "Da wird man mit einem falschen Versprechen hereingelockt und dann soll man hier ein Essen bestellen. Sind wohl viele Ihrer Gäste hereingefallen, oder...?"
"Wissen Sie, was Sie mich können...?" Drohend kam der Wirt auf mich zu. "Und zwar ganz schnell...?"
"Aber ja", nickte ich und ging einige Schritte zur Tür, "klar, anzeigen wegen unlauterem Wettbewerb!" Ich warf drei Euro auf dem Tisch. "Für den Glühwein."
"Zweifünfundneunzig..." flüsterte der Wirt. Der Rest sei Trinkgeld, nickte ich. "Wenn mir das auch leid tut..."
"Ihr Benehmen...?", atmete der Wirt auf.
"Das mit dem Trinkgeld", seufzte ich, und drehte mich dann in der Tür noch einmal um. "Warme Küche - wie bei den Muttern...das wäre wirklich das Richtige gewesen bei diesem Frostwetter heute." Ich verließ grinsend das Gasthaus.
offtopic?
offtopic?
Falsch. ;o)
grinsel.
Hey, die Geschichte gefällt mir *g*
Sollte ich vielleicht auch mal machen *g* Ich nehme alles beim Wort *g*