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Liebe

I

Und wie mag die Liebe dir kommen sein?
Kam sie wie ein Sonnen, ein Blütenschnein,
kam sie wie ein Beten? – Erzähle:

Ein Glück löste leuchtend aus Himmeln sich los
und hing mit gefalteten Schwingen groß
an meiner blühenden Seele...

II

Das war der Tag der weißen Chrysanthemen, –
mir bangte fast vor seiner schweren Pracht...
Und dann, dann kamst du mir die Seele nehmen
tief in der Nacht.

Mir war so bang, und du kamst lieb und leise, –
ich hatte grad im Traum an dich gedacht.
Du kamst, und leis wie eine Märchenweise
erklang die Nacht...

© Rainer Maria Rilke





*seufz*
Die Liebende

Ja ich sehne mich nach dir. Ich gleite
mich verlierend selbst mir aus der Hand,
ohne Hoffnung, dass ich Das bestreite,
was zu mir kommt wie aus deiner Seite
ernst und unbeirrt und unverwandt.

... jene Zeiten: O wie war ich Eines,
nichts was rief und nichts was mich verriet;
meine Stille war wie eines Steines,
über den der Bach sein Murmeln zieht.

Aber jetzt in diesen Frühlingswochen
hat mich etwas langsam abgebrochen
von dem unbewussten dunkeln Jahr.
Etwas hat mein armes warmes Leben
irgendeinem in die Hand gegeben,
der nicht weiß was ich noch gestern war.

©Rainer Maria Rilke




*mitseuftzt*
Ein alter Tibetteppich

Deine Seele, die die meine liebet,
Ist verwirkt mit ihr im Teppichtibet.

Strahl in Strahl, verliebte Farben,
Sterne, die sich himmellang umwarben.

Unsere Füße ruhen auf der Kostbarkeit,
Maschentausendabertausendweit.

Süßer Lamasohn auf Moschuspflanzenthron,
Wie lange küßt dein Mund den meinen wohl
Und Wang die Wange buntgeknüpfte Zeiten schon?

© Else Lasker-Schüler
Mit auf die Reise

Ich kann dir keinen Zauberteppich schenken,
Noch Diamanten oder edlen Nerz,
Drum geb ich dir dies Schlüsselchen von Erz,
Dazu mein ziemlich gut erhaltnes Herz
Zum Anmichdenken.

Ich kann dir keine braven Socken stricken,
Und meine Kochkunst würde dich nur plagen.
Drum nimm den Scherben rosarotes Glas,
Der führt ins Märchenland Ichweißnichtwas
An grauen Tagen.

Ich kann dir nicht Aladdins Lampe geben,
Kein »Sesam« und auch keinen Amethyst.
Doch weil dein Herz mir Flut und Ebbe ist,
Hier, diese Muschel, schimmernd wie von Tränen,
Zum Nachmirsehnen.

Mascha Kaleko
seufz

mit Rainer Maria Rilke hab ichs nicht so .. da kommen bei mir erinnerungen an den Deutschunterricht der Schule wieder hoch ... aber das letzte Gedicht hier find ich vollkommen schön.. es trifft das Wesen der Liebe.

Ivy
Mein Liebeslied

Auf deinen Wangen liegen
Goldene Tauben.

Aber dein Herz ist ein Wirbelwind,
Dein Blut rauscht, wie mein Blut -

Süß
An Himbeersträuchern vorbei.

O, ich denke an dich - -
Die Nacht frage nur.

Niemand kann so schön
Mit deinen Händen spielen,

Schlösser bauen, wie ich
Aus Goldfinger;

Burgen mit hohen Türmen!
Strandräuber sind wir dann.

Wenn du da bist,
bin ich immer reich.


Du nimmst mich so zu dir,
Ich sehe dein Herz sternen.

Schillernde Eidechsen
Sind deine Geweide.

Du bist ganz aus Gold -
Alle Lippen halten den Atem an.

Else Lasker-Schüler
Bildlich gesprochen

Wär ich ein Baum ich wüchse
dir in die hohle Hand
und wärst du das Meer ich baute
dir weiße Burgen aus Sand.

Wärst du eine Blume ich grübe
dich mit allen Wurzeln aus
wär ich ein Feuer ich legte
in sanfte Asche dein Haus.

Wär ich eine Nixe ich saugte
dich auf den Grund hinab
und wärst du ein Stern ich knallte
dich vom Himmel ab.:-herz


Ulla Hahn
Im Arm

Ich seh Dir zu,
wie Du allein in den Spiegel guckst
und vorsichtig lächelst
und durch die Tür ins andere Zimmer gehst
und schwere Sätze in Dein Tagebuch schreibst -
daß Du nicht mehr so leben willst wie bisher
und nicht mehr kannst
& was es kostet, so zu tun, als ob alles O.K. wär ,
jeden Tag
& wie kommt es, daß ich Dich soviel mehr mag
als bisher -
jetzt wo ich weiß, wie Du bist
wenn keiner da ist -
liegt das an mir ?

Ich hör Dir zu,
wie Du im Schlaf laut sprichst
von dieser einen, Deiner kleinen, beschissenen Liebe
von der immer nur zuviel oder zuwenig da ist
& die genau bis zum Horizont reicht
und dahinter die Leben der andern
& Du sagst : `laß mich, denn ich bin nicht so wie Du !’
und grade deshalb läßt die Frage mich nicht in Ruh :
was kann ich für Dich tun ?
Ich schleich mich fort von Deinem Bett
und mag Dich noch viel mehr jetzt,
wo ich weiß, was Du sagst,
wenn Du Dir nichtmal selber zuhörst
Soviel mehr als bisher ... liegt das an mir ?

In diesem Traum konnt ich Dich sehn
an meinem Bett stehn
als ich schlief
Dich und die Geister, die ich rief
und die ich vorgab, mehr zu lieben
als all die Spielchen, die sie trieben
Wie sie voll Angst und voller Fragen zu mir kamen
und ich konnt’s nicht mehr ertragen
Und aufgewacht wollte ich’s Dir sagen
so gut und klar ich kann
nur : wenn ich im Schlaf sprech - was sag ich dann ?
Wenn ich sag, was ich denk, ohne Dich und mich zu schonen -
ist das schon ehrlich ?
Ich weiß, ich brauch Dich
um es zu erfahren -
und wie fühlt sich das an im Arm ?
Und wenn Du mich jetzt immer noch magst,
jetzt wo Du weißt, welche Zweifel ich hab
Vielleicht sogar mehr als bisher -
liegt das an Dir ?

[Tom Liwa]

*seuftz³*
Hab mich mal auf die Suche nach diesem Tom Liwa begeben - diese Geschichte ist ja herzallerliebst!!

http://www.tomliwa.de/westfluegel/texte/honig4texte.html

Aber irgendwie ... trotz der Niedlichkeit, da schwingt für mich auch eine Traurigkeit mit ...
Ich mag den Herrn Liwa auch sehr gern hören&lesen.An der unterschwelligen Traurigkeit ist etwas dran.Wohl ein einsames Mäusekind mit einem auweia-wildem-Schniff-Schnuff.Viele [alle?] anderen Texte von Liwa haben auch diesen Hang zur Melancholie.Vielleicht habe ich ihn gerade deshalb so gern`...Zu >>seltsames Mädchen<< habe ich eine besondere Verbindung, sehr hörenswert!
tausendtränentief

In mir
tausendtränentief
Erklingt ein altes Lied
Es könnte viel bedeuten
In den Tag hinein
Will es bei Dir sein
Singt für Dich allein
Von neuen Möglichkeiten

Komm zu mir
In der Nacht
Wir halten uns umschlungen
Bis der Tag erwacht
Küss mich dann
Wie zum ersten Mal

Mit Dir in ein anderes Blau
Wir teilen einen Traum
Ein Bild aus anderen Zeiten
So wie Du ein Teil von mir
Bin ich ein Teil von Dir
Ich kann es spüren
Wenn wir uns berühren

Komm zu mir
In der Nacht
Wir halten uns umschlungen
Bis der Tag erwacht
Küss mich dann
Wie zum ersten Mal

Ein Lied von 2 Menschen
Wie Liebe sich anfühlt
Wir fließen im Rhytmus
Der Sonne entgegen
Alles ist irdisch
Die Welt liegt im Dunkeln
Wir schweben im Ganzen
Die Nacht gehört uns

In mir
tausendtränentief
Erklingt ein altes Lied
Es könnte viel bedeuten

©Jochen Distelmeyer
Was ist Liebe?


Ich sprach zur Sonne:
"Sprich, was ist die Liebe?"
Sie gab nicht Antwort, gab nur goldnes Licht.

Ich sprach zur Blume:
"Sprich, was ist die Liebe?"
Sie gab mir Düfte, doch die Antwort nicht.

Ich sprach zum Ew%27gen:
"Sprich, was ist die Liebe?
Ist%27s heil%27ger Ernst? Ist%27s süße Tändelei?"

Da gab mir Gott ein Weib, ein treues, liebes,
und nimmer fragt%27 ich, was die Liebe sei!

Emil Rittershaus
Verzweiflung

I

Die Erde wird dir zur Stiefmutter werden,
wenn du meine Seele verkaufst.
Alle Wasser bringen dir
Schüttelfroste von Qual.
Die Welt wurde schöner, als du
mich zur Verbündeten machtest,
als wir wortlos unter
dem Weißdorn lagen und
die Liebe und der Weißdorn
uns verwundeten mit ihrem Duft.

Aber die Erde heckt Schlangen,
wenn du meine Seele verkaufst.
Ich will meine unfruchtbaren
leeren Kniee zerschlagen.
Christus verlöscht mir im Herzen,
und die Tür meines Hauses
quetscht dem Bettler die Hand
und schafft Luft für meine Qual.

II

Jeder Kuß, den du gibst,
hallt wider in meinem Ohr,
denn die tiefen Grotten
bringen mir deine Worte zurück.
Der Staub auf allen Wegen
hält den Geruch deiner Fährte,
ich nehme sie auf und folge
wie ein Hirsch dir über die Berge.

Wenn du eine andre liebst, dann malen
auf mein Haus sie die Wolken.
Geh wie ein Dieb und küß sie
im dunkelsten Schoß der Erde,
aber wenn du ihr den Kopf hebst,
ist es mein Gesicht in Tränen.

III

Gott will nicht, daß die Sonne
dir scheint, wenn nicht an meiner Seite.
Gott will nicht, daß du trinkst,
wenn ich nicht im Wasser zittre.
Er will nicht, daß du schläfst,
außer in meinem Haar.

IV

Wenn du weggehst ... noch im Moos
des Wegs trittst du auf meine Seele.
Auf jedem Berg und in jeder Ebene
wird dich Hunger beißen und Durst.
Die blutenden Nachmittage
sind, wo du auch bist, meine Wunden.
Ich fließe von deiner Zunge,
auch wenn du eine andre nennst,
und ich brenne wie eine salzige
Lauge in deiner Kehle.
Und ob in Haß oder Sehnsucht,
wen du rufst: bin immer ich!

V

Wenn du gehst und fern von mir stirbst,
wird für zehn Jahre unter der Erde
deine Hand sich zur Schale krümmen
um meine Tränen aufzufangen.
Du wirst spüren wie dein
armes Fleisch dir zittert,
bis sie den Staub meiner Knochen
dir auf das Gesicht streun.


© Gabriela Mistral


-


Entblösst

Die Blumen des Morgengrauns
kommen über das Meer
— Wellen und Wellen von
weißen Lilien —.
Der Hahn bricht aus in seinen
Trompetenruf von Silber.

—... Heute! sag ich zu dir
und rühre an deine Seele —.

Deine malvenfarbne Nacktheit
unter den Pinien,
deine Füße in dem bereiften
zärtlichen Gras,
deine Haare, grün
von feuchten Sternen.

—... Du fliehst und
sagst mir: morgen! —

Der Hahn bricht aus in seinen
Trompetenruf von Flamme,
und das volle Morgenrot,
am Scharlachhimmel singend,
steckt seine Feuer an den
schmeichelnden Zweigen an...

— ... Heute! sag ich zu dir
und rühre an deine Seele —.

Ach, die Sonne ist aufgegangen,
deine vergoldeten Tränen,
die ungeheuren Augen
deines Zaubergesichts,
die glühend meine schwarzen
Blicke vermeiden.

— ... Du fliehst und
sagst mir: morgen! —

© Juan Ramón Jiménez
Briefe

Sie sitzt am Boden, kramt
in einer Papschachtel und
liest mir die Liebesbriefe vor,
die ich ihr einmal geschrieben habe.
Daneben liegt ihre 4jährige Tochter,
in eine rosarote Decke gehüllt und
3/4 eingeschlafen.
Wir haben uns nach einem Krach
wieder versöhnt, ich sitze
an einem Sonntagabend
bei ihr zuhause.

Draußen fahren die Autos
den Berg rauf und runter;
wenn wir heute nacht im
Bett liegen, werden wir
die Grillen hören.

Wo sind die armen Irren,
die nicht so gut leben
wie ich?

Ich liebe ihre vier Wände
ich liebe ihre Kinder
ich liebe ihren Hund

Wir werden den Grillen zuhören,
ich werde den Arm um ihre
Hüfte haben, meine Hand
auf ihrem Bauch.

Eine Nacht wie diese
ersetzt ein ganzes Leben
und gibt sogar dem
Tod noch den Rest.

Ich mag meine Liebes-
briefe. Was drinsteht,
ist alles wahr.

Ah, was für einen Hintern
sie hat . . . und soviel Seele!
Einfach märchenhaft!

© nach Charles Bukowski:-herz
Eine verliebte Ballade für ein Mädchen namens Yssabeau

Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund,
ich schrie mir schon die Lungen wund
nach deinem weißen Leib, du Weib.
Im Klee, da hat der Mai ein Bett gemacht,
da blüht ein süßer Zeitvertreib
mit deinem Leib die lange Nacht.
Da will ich sein im tiefen Tal.
Dein Nachtgebet und auch dein Sterngemahl.

Im tiefen Erdbeertal, im schwarzen Haar,
da schlief ich manches Sommerjahr
bei dir und schlief doch nie zuviel.
Ich habe jetzt ein rotes Tier im Blut,
das macht mir wieder frohen Mut.
Komm her, ich weiß ein schönes Spiel
im dunklen Tal, im Muschelgrund ...
Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund!

Die graue Welt macht keine Freude mehr,
ich gab den schönsten Sommer her,
und dir hat%27s auch kein Glück gebracht;
hast nur den roten Mund noch aufgespart,
für mich so tief im Haar verwahrt...
Ich such ihn schon die lange Nacht
im Wintertal, im Aschengrund...
Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund.

Im Wintertal, im schwarzen Erdbeerkraut,
da hat der Schnee sein Nest gebaut
und fragt nicht, wo die Liebe sei.
Ich habe doch das rote Tier so tief
erfahren, als ich bei dir schlief.
Wär nur der Winter erst vorbei
und wieder grün der Wiesengrund!
... ich bin so wild nach deinem Erdbeermund!

[by François Villon, freie deutsche Nachdichtung von Paul Zech, textlich geändert & vertont von Klaus Kinski:-herz]
Habe es auch einmal vertont gehört, von Subway to Sally - ich muß sagen, das klang gar nicht schlecht.
Die Wellenbraut

Die Flut erbraust, es stöhnt der Wind;
Am Strande steht ein einsam Kind;
Es starrt hinaus ins wilde Meer,
Die dunkeln Augen thränenschwer.
"Zerronnen ist mein letztes Glück,
Mir kehrt kein Frühling mehr zurück.
Die mich beschirmt in Angst und Not,
Sie liegen alle längst schon tot.

Den ich geliebt so treu und warm,
Der schlummert in der Nixen Arm.
Das Grab allein ist mein Begehr;
Mein Glück ist hin, mein Herz ist leer." —

Das Wasser stöhnt, der Sturmwind saust,
Und näher stets die Brandung braust;
Durchs Dunkel krächzt der Möven Chor,
Die Wellen schäumen hoch empor.

Ein Blitzstrahl reißt die Nacht entzwei.
Vom Strand ertönt ein banger Schrei.
Die Woge zischt, der Donner hallt; —
Ein treues Herz ist stumm und kalt.

Verklungen ist der Wettersturm;
Die Morgenglocke klingt vom Turm.
Still ist%27s im weiten Kreis umher,
Und ruhig liegt das weite Meer.

Doch drunten in der Tiefe ruht
Ein liebend Paar in treuer Hut;
Verklärend lacht der Sonnenschein
Ins feuchte Wellengrab hinein.

Die einst verlassen sich gemeint,
Dort hat sie mild der Tod vereint;
Sie schlafen frei von Leid und Harm
und träumen in der Nixen Arm.

Christian Schmitt
Amor und der Schädel
Alte Schlußvignette

Amor auf der Menschheit
Schädel hockt;
Wie er dreist auf diesem
Thron frohlockt,

Läßt er Seifenblasen
Rund entstehen,
Die im Blau zu fernen
Welten wehn.

Schimmernd schwebt die Kugel
Hoch im Raum
Birst, versprüht ihr Seelchen -
Goldener Traum.

Und ich hör den Schädel
Seufzend flehn:
"Lass dies wüste Spiel
Zu Ende gehn!

Was du so vergeudest,
Nur zum Scherz,
Monstrum, ist mein Hirn,
Mein Blut, mein Herz!"

aus "Les Fleurs du Mal" von Charles Baudelaire

mein wohl liebstes "liebesgedicht"

mine

Mad Girl%27s Love Song
Sylvia Plath

"I shut my eyes and all the world drops dead;
I lift my lids and all is born again.
(I think I made you up inside my head.)

The stars go waltzing out in blue and red,
And arbitrary blackness gallops in:
I shut my eyes and all the world drops dead.

I dreamed that you bewitched me into bed
And sung me moon-struck, kissed me quite insane.
(I think I made you up inside my head.)

God topples from the sky, hell%27s fires fade:
Exit seraphim and Satan%27s men:
I shut my eyes and all the world drops dead.

I fancied you%27d return the way you said,
But I grow old and I forget your name.
(I think I made you up inside my head.)

I should have loved a thunderbird instead;
At least when spring comes they roar back again.
I shut my eyes and all the world drops dead.
(I think I made you up inside my head.)"

ps.:...wie konnte ich dasvergessen...:-herz ;-(
Worte
füllen Seiten
doch ich weiß
ein Wort reicht Dir
Wir.

N.Paass
[http://www.smiliemania.de/smilie/00000308.gif]
Anna, es fällt mir furchtbar schwer
Alle Beschreibungen wirken leer
Du bist nichts, was man so sagt

Du hast kein freundliches Naturell
Deine Launen wechseln schnell
Du küsst mich nur, wenn ich dich frag

Du kannst mit deinen Maschen
Einen ganz schön überraschen

Bist dir sicher du wirst nicht alt
Gesund zu leben lässt dich kalt
Rauchst soviel, wie%27s eben geht

Bei dir muss immer was passieren
Ich muss mich ewig engagieren
Du bist ständig leicht überdreht

Wenn ich dann erschöpft im Bette liege
Bist du noch lang nicht müde

Ich hab dich viel lieber als es Klingen mag
Grad weil du so bist, lieb ich dich sehr
Ich weiß auch nicht, wie%27s mit dir ist
Es ist einfach unbeschreiblich
Ich brauch dich

Anna, du bist schon nicht mehr schlank
Schon eher magerkrank
Hältst konstant dein Untergewicht

Findest meine Witze oft flau
Kennst meine Schwächen zu genau
Manchmal nervt dich mein Gesicht

Wenn ich mich nicht ständig um dich kümmer
Mach ich alles nur noch schlimmer

Ich hab dich viel lieber als es klingen mag
Grad weil du so bist, lieb ich dich sehr
Ich weiß auch nicht, wie%27s mit dir ist
Es ist einfach unbeschreiblich
Ich brauch dich

In dich könnt ich mich immer aufs neu%27 verlieben
Ist noch nichtmals übertrieben

Anna, meine Poesie
Die mochtest du noch nie
Jetzt siehst du, was du davon hast

["Anna" von H.Grönemeyer]

Auch eine schöne :-herz-Erklärung, finde ich.
Anna ist die verstorbene Ehefrau von Herbert Grönemeyer. ;-(
...ja, sie hat den Text sogar mitgeschrieben.
Geschirmt

Geschirmt sind die Liebenden
unter dem zugemauerten Himmel.
Ein geheimes Element schafft ihnen Atem
und sie tragen die Steine in die Segnung
und alles was wächst
hat nur noch eine Heimat bei ihnen.

Geschirmt sind die Liebenden
und nur für sie schlagen noch die Nachtigallen
und sind nicht ausgestorben in der Taubheit
und des Waldes leise Legenden, die Rehe,
leiden in Sanftmut für sie.

Geschirmt sind die Liebenden
sie finden den versteckten Schmerz der Abendsonne
auf einem Weidenzweig blutend -
und üben in den Nächten lächelnd das Sterben,
den leisen Tod
mit allen Quellen, die in Sehnsucht rinnen.

Nelly Sachs
XVII (I do not love you...)

I do not love you as if you were salt-rose, or topaz,
or the arrow of carnations the fire shoots off.
I love you as certain dark things are to be loved,
in secret, between the shadow and the soul.

I love you as the plant that never blooms
but carries in itself the light of hidden flowers;
thanks to your love a certain solid fragrance,
risen from the earth, lives darkly in my body.

I love you without knowing how, or when, or from where.
I love you straightforwardly, without complexities or pride;
so I love you because I know no other way

than this: where I does not exist, nor you,
so close that your hand on my chest is my hand,
so close that your eyes close as I fall asleep.

Pablo Neruda
Translated by Stephen Tapscott

Glückliches Schicksal

Wenn ihr erwacht
dann der eine mehr
als der andere
und was der eine
als leichte Zwischentöne vernimmt
ist für den anderen ein lauer Sommerwind
Sie lacht dir
ihr Elend ins Gesicht
und du kochst ihr Götterspeise -
grün, weil Hoffnung doch
am besten schmeckt
Was am Abend bleibt
ist eine Note aus Hohn
und Unverständigung
die euch umschlingt
wie ein reines A -
unzertrennlich

© Abalone, 19.05.2002
:-herz :-herz :-herz :-herz :-herz :-herz :-herz :-herz :-herz :-herz
Du bist ja noch schlimmer (als ich)

Samstagabend
Sozusagen
Saturday night
Wir gehen aus
Nur wir beiden
Mit meinem letzten Geld
Du guckst andern Jungen hinterher
Bis ungefähr irgendwann nach 4
Ich frage: "Wie ist es, wollen wir zu mir?"
Du sagst: "Wieso, ist doch nett hier!"

Du bist ja noch schlimmer als ich
Wenn ich mich bemüh
Amüsierst Du Dich
Geradezu königlich

Sonntagmorgen
Nichts los
Außerm dicken Kopf
Wir steigen ins Auto
Und fahren los
Wichtig: Sonnenbrillen auf!
Dahinten Wald und hier vorn ein Feld
Ich habe mir das romantisch vorgestellt
Ich frage Dich: "Gehen wir bis ans Ende der Welt?"
Du sagst: "Ich denke, nur der Augenblick zählt!"

Du bist ja noch schlimmer als ich
Wenn ich mich bemüh
Amüsierst Du Dich
Geradezu königinnenlich
-

Evelin

Mein Baby sagt
Sie kriegt von mir nicht genug
Sie kümmert sich
Ich kümmer mich es geht mir gut
Die anderen meinen es ernsthaft
Und ehrlich mit mir
Aber ihre seltsame Art
Ist mir irgendwie lieber

Evelin
Es reicht wenn wir
Uns nur gut verstehen
Evelin
Wenn%27s Liebe wär%27
Könnt ich nicht mir umgehen
Evelin
Ich laß mich fallen
Und sie fängt mich auf
Sie ist für mich da
Wenn ich sie wirklich brauch%27

Ich bin sehr sehr müde
Sie rutscht nur ein Stück
Es ist so schön warm
In ihrem versifften Bett
Mein Baby sagt sie mag mich
Und das zeigt sie mir
Behandelt mich richtig
Ich häng%27 an ihr


Niels Frevert

ps.:sexy, sehr sexy Musik.:-)
Variation on The Word Sleep

I would like to watch you sleeping,
which may not happen.
I would like to watch you,
sleeping. I would like to sleep
with you, to enter
your sleep as its smooth dark wave
slides over my head

and walk with you through that lucent
wavering forest of bluegreen leaves
with its watery sun & three moons
towards the cave where you must descend,
towards your worst fear

I would like to give you the silver
branch, the small white flower, the one
word that will protect you
from the grief at the center
of your dream, from the grief
at the center I would like to follow
you up the long stairway
again & become
the boat that would row you back
carefully, a flame
in two cupped hands
to where your body lies
beside me, and as you enter
it as easily as breathing in

I would like to be the air
that inhabits you for a moment
only. I would like to be that unnoticed
& that necessary.

-Margaret Atwood
Menschen, die aufeinandertreffen als seien sie zwei Gletscherberge.Der Alltag das Meer in dem wir schwimmen.

Hände die sich berühren-Worte, Sätze die fallen. Augen die von Tag zu Tag dem anderen mehr gefallen.

Alles andere um sich vergessen, auch wenn nur für wenige Minuten.
Gemeinsam wollen wir hoch hinaus, scheinbar ohne ein Aus.




(Kurzgedicht=by. timey ) 10:38UHR sonntag-(muss mal meine alten tagebücher und co. ausgraben)
have a nice day!!!!
Zweilicht

der Tag klingt aus
die Dunkelheit bricht ein
das Haus steht still
wir sind allein
die Nacht liegt schwer
um uns herum
ein stiller stiller Schmerz
hält uns noch wach

kein Tag der die Wunden
zu heilen vermag
uns bleibt ein Versprechen
uns nicht zu verlieren
(font2)*(/font2)
im Grauen des Morgens
im Schweren der Stunden
die über uns brechen
früh oder später

der Mond steht hoch
in dieser Nacht
Zweilicht fällt
auf Dein Gesicht
ich seh%27 Dich an
und denk daran
wie schön es ist

[kante]

(font2)*(/font2)ja!
Nur dich

Der Himmel trägt im Wolkengürtel
Den gebogenen Mond.

Unter dem Sichelbild
Will ich in deiner Hand ruhn.

Immer muß ich wie der Sturm will,
Bin ein Meer ohne Strand.

Aber seit du meine Muscheln suchst,
Leuchtet mein Herz.

Das liegt auf meinem Grund
Verzaubert.

Vielleicht ist mein Herz die Welt,
Pocht –

Und sucht nur noch dich –

[Else Lasker-Schüler]