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[ HotSpot ]: Neuwahlen im Bund - Eigentor oder Befreiungsschlag?

Mich wundert es nur dass es anscheinend bei der Harz IV Reform so schlimm ist, die Vermögensverhältnisse offen zu legen. Bei der Sozialhilfe gibt es das seit Jahren und dafür geht keiner auf die Straße. Tschuldige wenn ich das nicht verstehe.
Das wundert mich jetzt nicht, dabei ist es ganz einfach zu verstehen. Durch die Reform wird die Arbeitslosenhilfe mit der Sozialhilfe verschmolzen (oder zumindest auf Sozialhilfeniveau abgeschmolzen wird), erreicht es halt die breite Bevölkerungsschichten. Und dass es ein Teil davon es nicht ok finden, die Daten %27betroffenener%27 Mitmenschen einsehen zu lassen, das sollte schon zumindest jedem hier klar sein. Du hättest damit aber keine Probleme, die Daten von anderen einsehen zu lassen, ne?
Aber ich glaube genauso wie Du dass es eh keinen Sinn macht, darüber zu diskutieren, da es immer die eine und die andere Seite gibt.
Genau, es macht eigentlich keinen Sinn. Die einen sind die selbst Betroffenen (oder Personen, die es bei anderen selbst erlebt haben) und die anderen, die es aus den Medien kennen und an sich kaum damit zu tun hatten. Du stehst eben voll hinter der Reform, ich als Betroffener habe vor allem datenschutzrechtliche Bedenken, die kleineren Dinge, die mich bei der Reform stören, muss ich nicht extra breittreten. Du kannst mich ja wohl nicht verstehen & nachvollziehen, und umgekehrt. So läuft das.
Nur ist es schade, dass sich Deutschland immer noch damit aufhält zu diskutieren, anstatt endlich mal was zu tun.
Was soll Deutschland deiner Meinung endlich mal nach tun statt zu diskutieren?
@Woodstock:

Sensibilität zum Thema Datenschutz ist in der heutigen Gesellschaft kaum noch vorhanden. Die meisten scheren sich nicht darum, was ihre persönlichen Rechte in Bezug auf Datenschutz sind und was mit ihren persönlichen Daten denn auch so angestellt wird. Gleichzeitig sind gerade diese Personen es, die sich über unverlangte Werbung per Schrift- oder Elektronischer Form beschweren.

Wir leben heute in einem Zeitalter, in der die Daten eines Menschen in der Wirtschaft einen reelen Wert haben. Und mit diesen Daten kann eine Menge passieren. Beispiel Payback: Welcher der Verbraucher interessiert sich dafür, dass ihre gesamte persönliche Kaufaktivität aufgezeichnet und an Unternehmen komplett (!!!) verkauft wird?

Gehen wir mal einen Schritt weiter. Nehmen wir an, du hast jemandem Geld geklaut. Und das nicht nur zum ersten Mal. Was passiert? In Zukunft hat der Staat vor, regelrechte Gendatenbanken zu erstellen wo auch bei kleineren Delikten die Person erfasst wird. Dabei spielt das Alter wohl keine maßgebliche Rolle. Wenn du also in jüngeren Jahren einige Fehler gemacht hast, bist du dein Leben lang dennoch als potentieller Verdächtiger gespeichert. George Orwell lässt grüßen.

Oder wie wäre es hiermit: Erfassung deiner kompletten Gendatenbank, um die Krankenversicherungen "gerechter" zu machen. Oh - du bekommst in 10 Jahren Krebs oder deine Lunge hält nur noch 12 Jahre? Tja Pech - wir können dich nicht versichern. Einen Job bekommst du natürlich auch nicht. Wer will denn deine Rente bezahlen?

Wie du siehst hat alles seine guten und schlechten Seiten. Ich bin ein Befürworter von neuen Technologien aber blind einfach alles umzusetzen was kommt - dazu bin ich nicht bereit.

Um wieder den Schwenk zum aktuellen Thema zu kriegen: Das was hier an potentieller Datensammlerei durchgeführt wird, mag prinzipiell einem guten Zweck dienen. Da gebe ich dir recht. Ich bin allerdings nicht gewillt, meine persönliche Datenfreiheit jemandem auf dem Serviertablett zu übergeben, wo ich vielleicht niemals erfahre, was sonst noch damit geschieht. Sicherlich, wenn ich in eine absolute finanzielle Notlage komme, werde ich es müssen. Begeistert bin ich davon dann aber dennoch nicht. Wenn es nun aber dazu kommt, das weil es mir vielleicht schlecht geht, meine komplette Familie (Kinder, Eltern, Geschwister, Großeltern) und sogar meine Lebenspartnerin ihre Datenfreiheit aufgeben müssen, dann sage ich ganz klar "STOP".

Es ist jedem seine Entscheidung, welche Daten er jemandem übergibt und welche nicht. Ich gehöre zu den Menschen, die einen Schritt weiter gehen und sich über die Tragweite mancher Beschlüsse oder Forderungen gedanken machen. Leider ist der Großteil der Bevölkerung einfach nur zu leichtgläubig oder es ist ihnen egal, was mit ihren Daten passiert.

:-ghost
@ghostwalker

Ich verstehe Deine Bedenken bezüglich der Datenerfassung und deren Missbrauch. Allerdings will und sollte sich der Staat auch davon überzeugen, dass es wirklich Bedüftige sind, die Anträge auf AG II stellen.

Wenn Du es mal von der Seite des Staates betrachtest. Welche Möglichkeiten gäbe es denn heraus zu finden, ob er vor sich einen wirklichen Bedüftigen sitzen hat oder ob dort nur ein "fauler" Arbeiter sitzt, der sich auf Staatkosten ein laues Leben machen will.

Mann kann den Menschen halt nur vor den Kopf schauen. Das der Staat zu solchen Maßnahmen greift, kann ich auf eine Art nachvollziehen.

Bei mir in der Familie gibt es eine Person, die schon ewig lange Arbeitslos ist und versucht jeden möglichen Cent vom Staat abzugreifen ob wohl sie auf gut Deutsch gesagt "scheißenreich" ist. Und jetzt kommt diese Person ins trudeln und ehrlich gesagt freue ich mich darüber und denke, dass dies der richtige Weg ist.

Ich glaube schon, da die meisten Deutschen ja dazu neigen nur zu jammern, dass es mehr Geld in Deutschland gibt, als der Staat bis jetzt angenommen hat. Und dann, hat er auch verdammt nochmal das Recht diese Daten abzufordern.

:-1028
Jetzt kommen wir doch zum Kernpunkt: Was kann man verbessern?

Die Sicht vom Staat kann ich durchaus verstehen. Jedoch sehe ich auch die Seite des bestimmten Einzelschicksals, ob nun berechtigter Empfänger oder nicht. Die von dir angesprochenen Schmarotzer gibt es überall. Aber noch immer sind es einstellige prozentuale Fälle, in denen vom Staat zuviel schmarotzt wird. Und dafür sollen die restlichen 90%25 bluten? Das ist ein Flächenbrand der angelegt wird in der Hoffnung, dass man auch die einzelnen Schmarotzer damit kriegt. Ich denke das ist keine gute Lösung.

Es sollte härtere Strafen geben, wenn der Staat dahinter kommt, dass sich jemand unberechtigte Leistungen genehmigt hat (kenne die aktuelle Gesetzeslage nicht). Durch den Wegfall des Bankgeheimnisses können die Behörden bei Verdacht sowieso jedes einzelne Konto von dir auseinandernehmen. Ob nun Kreditkarte, Bank oder Schufa. Und solange ein Schmarotzer sämtliche seiner Konten nicht unbedingt auf den Cayman Islands hat, ist es nur eine Frage der Zeit, bis das herauskommt.

Wichtig ist, dass der Reiz, den Staat zu hintergehen, durch hohe Strafen geschwächt wird.

PS: Die Deutschen haben es wahrlich drauf mit dem jammern ;-)

:-ghost

Die Sicht vom Staat kann ich durchaus verstehen. Jedoch sehe ich auch die Seite des bestimmten Einzelschicksals, ob nun berechtigter Empfänger oder nicht. Die von dir angesprochenen Schmarotzer gibt es überall. Aber noch immer sind es einstellige prozentuale Fälle, in denen vom Staat zuviel schmarotzt wird. Und dafür sollen die restlichen 90%25 bluten? Das ist ein Flächenbrand der angelegt wird in der Hoffnung, dass man auch die einzelnen Schmarotzer damit kriegt. Ich denke das ist keine gute Lösung.


Und ich bin der Meinung, dass es mehr als die von Dir besagten 10%25 gibt.

Und außerdem was ist so schlimm daran, dass die Familie, Partner oder der/die Ehemann/frau einen finanziell unterstützt? Sorry, ich bin der Meinung, dass es selbstverständlich ist. Und das der Staat das abfragt, find ich auch in Ordnung (obwohl ich auch der Meinung bin, dass er es auch ohne Genehmigung tun kann).

Es ist nunmal mein Geld, dass für Bedürftige ausgegeben wird und dann sollte auch jedem dran gelegen sein, dass nur die es bekommen. Und tschuldige bitte, wenn jemand Geld vom Staat haben will, deren Verwandte bzw. Partner im Geld schwimmen bin ich der Meinung das er/sie nicht bedüftig genug ist.

Und wenn ich dafür nicht bereit bin, meine bzw. die finanziellen Verhältnisse meines Partners bzw. meiner Familie offen zu legen, kann ich so bedüftig nicht sein :-).

:-1028
Und außerdem was ist so schlimm daran, dass die Familie, Partner oder der/die Ehemann/frau einen finanziell unterstützt?


jetzt muss ich dazu auch mal was sagen. eigentlich vertrete ich eher woodstocks meinung, aber bei der sache dass die familie einen unterstützen muss, geht es meiner ansicht nach auch etwas zu weit.
ich weiß nicht mehr... war es spiegel oder focus, ist ja auch egal... da konnte man sich ausrechnen lassen, was einem zustehen würde. da ich mit meinem freund zusammenlebe, bekomme ich ganze 0 €. ok, er würde mich auch so weit es geht unterstützen, nur was kann man von einem monatsgehalt großartig zahlen? die miete und die restlichen fixkosten von 2 personen und das wars dann auch schon. nur nur weil ich dann arbeitslos wäre kann es nicht sein, dass mein partner mit am existensminimum leben muss.

:-1017
@nanina

Ich kann es mir kaum vorstellen, das der Staat von einem Partner, Ehepartner oder Familienmitglied verlangt, dass er/sie am Existensminimum leben muss nur damit
ein "Bedüftiger" nicht vom Staat bezahlt wird.

Und wenn man in einer Zeitung einen Test machen kann, hat das für mich keine Aussagekraft. Sorry, wenn ich mir in einer landesweiten Zeitschrift mein AG II Geld ausrechnen kann oder noch besser, dieser Test mir sagt, ich bekomme keins, ist das für mich Propaganda und nix anderes.

Und da wir jetzt (um auf das eigentliche Thema zurück zu kommen :-))kurz vor den Neuwahlen stehen, versucht jeder, die Reformen der führenden Partei schlecht zu machen. Im Moment wird die Propagandafahne in Deutschland wieder ganz hoch gehalten.

:-1028