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Fortsetzung ......
Was nun meine Berufswahl anbelangte, so wurde mir schnell klar, dass ich mich ein wenig vorschnell entschlossen hatte.
Im Gegensatz zu meinen männlichen Klassenkameraden, die sich allesamt für eine Handwerkerlehre entschieden hatten, hatte ich beschlossen einen Beruf zu erlernen, der "normalerweise" als Frauenberuf abgestempelt wurde.
Und in der Tat, wenn ich es mir recht überlegte, meine Klassenkameraden hatten damit gar nicht einmal so unrecht.
Wenn man in einen Supermarkt ging, bestand das Personal in der Regel hauptsächlich aus Frauen. Sicher, man sah auch hin und wieder schon einmal Männer zwischen den Regalen herumtänzeln, aber das war dann doch wohl eher selten.
Meistens waren diese Männer auch in meinen Augen die Chefs und ich kam zu dem Schluss, dass ja auch diese Chefs irgendwann einmal diesen Beruf erlernt haben mussten.
Um nun nicht ganz mit dem Spott zu hadern, dem ich mich ausgesetzt sah, beschloss ich für mich, den Beruf nach außen hin ein wenig aufzuwerten.
Wenn jemand glaubte, sich über mich lustig machen zu müssen, dann konterte ich, indem ich darauf verwies, dass meine Ausbildungsfirma bereits von Anfang an beschlossen hatte, dass ich nach meiner Ausbildung Filialleiter werden würde.
Filialleiter, das waren die Chefs, die Typen, die das große Geld in einem Supermarkt verdienten.
Ja, mit dieser Selbstlüge ertrug sich der Spott eigentlich ganz gut und ich sah meiner Ausbildung zuversichtlich entgegen und der anfängliche Spott verpuffte sowieso mit der Zeit in Gleichgültigkeit.
Die Sommerferien waren um und der erste Tag der Ausbildung war gekommen.
Die Nacht zuvor hatte ich kein Auge zugemacht, denn ich war aufgeregt wie noch niemals zuvor in meinem Leben.
Was würde mich erwarten? Würden die Kollegen nett sein ? Würde ich schnell aufgenommen werden?
Ich fuhr mit der Straßenbahn zu der Filiale in der meine Ausbildung beginnen sollte.
Es war ausgemacht worden, dass ich um 8:15 Uhr am Personaleingang klingeln sollte.
Um ja nicht zu spät zu kommen, stand ich jedoch bereits um 7:30 Uhr dort und wartete auf Einlass.
Um etwa 7:45 Uhr kam die Erste, die, wie sich aber erst später herausstellen würde, zu meinen Kollegen gehörte und stellte sich in einem Abstand von etwa 5 Metern in Warteposition.
Ich grüßte artig und wurde zurückgegrüßt.
Sollte ich nun irgendwie zu sprechen beginnen, oder sollte ich es besser unterlassen.
Ich hätte mich ihr ja vorstellen und ihr sagen können, dass ich der neue Lehrling war.
Ich tat es nicht und wir beide warteten schweigend auf Einlass. Ein paar Minuten später, die mir aber wie eine Ewigkeit vorkamen, trudelten nach und nach ein paar weitere Leute ein.
Ich grüßte, sie grüßten und das war es dann auch schon gewesen. Sie begannen sich miteinander zu unterhalten und zündeten sich ihre Zigaretten an.
Wie gerne hätte ich mir nun auch eine Zigarette angezündet um mich an irgendetwas festzuhalten , aber ich hatte keine Zigaretten dabei, also stand ich dumm im Abseits und war auf mich selber angewiesen.
Wussten die echt nicht, dass heute ein Neuer kommen würde und war es nicht offensichtlich, dass ich dieser Neue war?
Das konnte ja lustig werden dachte ich und wartete geduldig auf meine Erlösung aus dieser, für mich sehr peinlichen Situation.
Fortsetzung folgt........