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Lehrjahre sind keine Herrenjahre.....

Fortsetzung....

Der Wagen ruckelte und wackelte und mit einem letzten Ruck kam der Rest von Fräulein Domberg aus dem Wagen.

Eine Frau von etwa 60 Jahren , knapp 1,65 Meter groß und schätzungsweise 150 Kilogramm schwer stand neben dem Käfer.

Mit hoher gequälter Stimme schallte es zu uns herüber:

„Truuuuuudiiiii, tusse mich mal helfen? Ich hab hier noch noch Wäsche für die Reinijung !“

Eine der Frauen, allem Anschein nach die Truuuuuudiiii eilte über die Straße um Fräulein Domberg zur Hand zu gehen.

Nachdem nun das Auto entladen war, war Trudi mit einem Einkaufskorb, einer Plastiktüte und einem riesigen Haufen ungewaschener Kittel bepackt und hatte ihre liebe Mühe damit unbeschadet die Straße zu überqueren.

Fräulein Domberg, schloss währenddessen ihr Auto ab.

Jedoch war es mit einem Dreh des Schlüssels nicht erledigt.

Sie zog den Schlüssel ab, fühlte am Schloss ob sie nun auch wirklich abgeschlossen hatte, ging um das Auto herum, fühlte am Schloss der Beifahrertür, ob diese auch verriegelt war, ging zurück um den Wagen herum zur Fahrertür und checkte erneut ob sie abgeschlossen hatte.

Neben mir zischte beinahe unhörbar eine Kollegin zu sich:

„Mach hin Mensch, mir ist kalt.“

Von drüben schallte es wieder mit gequälter Stimme zu uns herüber:

„Truuuuudiii, häb ich dir jezt dä Schlüssel jejeven ?“

„Neeeeeeeeeeee Fräulein Dombersch, den hab ich nich !“

Dann kam sie, mit einem Handttäschchen bepackt die Strasse hinübergewalzt.

Obwohl sie fast einen Kopf kleiner war als ich, hatte sie aufgrund ihrer Leibesfülle eine imposante Erscheinung.

„Sie sind wohl der unser neuer Lehrjung ? Na das ist ja mal schön, endlich mal ein junger Mann der richtig zupacken kann.“

Vom ersten Moment an, stand für mich fest, dass sie diese freundliche Art der Begrüßung einen Heidenüberwindung gekostet hatte, denn noch bevor der Satz zuende geklungen war, wich ihr Lächeln einem gequältem oder besser gesagt einem erschöpften Blick.

Nun begann Maria, so hieß Fräulein Domberg mit Vornamen, in ihrer Manteltasche zu nesteln.

„Truuuuuudi ?“

„Ja Fräulein Dombersch ?“

„Bisse Dich sicha, datt ich Dich nicht dä Schlüssel jejeven hab ? Kuck doch mal nach!“

Trudi verdrehte die Augen, aber war folgsam und mühte sich, vollbepackt wie sie war, in ihrer Jackentasche nach dem Schlüssel, den sie eh nicht hatte zu kramen.

Klabatsch, die Kittel fielen runter.


„Ooooh nääää Truddi, hoffentlich war da kein öl auf die Straße, dann kriegse die Kittels nicht mehr jereinicht!“

Sie brachte es so vorwurfsvoll rüber, dass man in der Tat geneigt war, Truddi nun als Trottel abzustempeln und insgeheim dachte ich mir

„Boahh was eine Meisterleistung des Ungeschicks.“

Ich hatte Mühe, nicht zu lachen.

Allein schon Marias Kauderwelsch das aus einer Mischung Krefelder Platt und selbstgestrickter Sprache bestand, war ein Frontalangriff auf meine Lachmuskeln.
Aber ich hielt diesem Angriff stand und widerstand diesem grotesken Szenario.


Nachdem sich nun herausgestellt hatte, das Truddi wirklich nicht im Besitz des Schlüssels war, und Maria aus ihrem Mantel so an die zwanzig zerknautschte Papiertaschentücher und Hustenbonbons herausgekramt hatte, gab sie die Suche auf.

„Hören sie mal junger Mann, gehen sie mal zu meinem Auto rüber und schauen mal durch das Fenster, ob da nicht ein Schlüssel im Auto liegt!“

Also sie sprach meine Sprache, soviel war nun sicher.

Ich ging rüber zum Auto und schaute durch das Fenster.

Und tatsächlich, im Inneren des Wagens lag unterhalb des Beifahrersitzes ein großes Schlüsselbund.

„Ich glaube da ist der Schlüssel !“ rief ich zu den Wartenden hinüber.

„Glauben Se, oder wissen Se?“ zischte mir Maria hämisch entgegen.

„Hier liegt ein Schlüsselbund ob es der ist, den Sie suchen weiss ich natürlich nicht!“

Maria walzte nun wild mit ihrem Autoschlüssel wedelnd über die Strasse rüber, schubste mich ein wenig zur Seite und schaute nach dem Schlüssel den ich erspäht hatte.

„Woooooo?“

„Da unten am Beifahrersitz !“

„Ich seh nix !“

„Da, neben dem Schaltknüppel!“

„Tatsächlich! Meeeeeener Jüte wie kommt der denn da hin ?“

Ihre Verwunderung über diese Tatsache war echt, soviel war mal sicher.

Sie ging zur Fahrertür, schloss sie auf, quälte sich von Innen mit langem Arm zur Beifahrertür und zog den Riegel der Tür hoch.

Instinktiv unterließ ich es, sie zu fragen, weshalb sie nicht die Beifahrertür von außen aufschloss.

Fortsetzung folgt....
Fortsetzung....

"So, jetzt können Sie aufmachen. Holen Sie jetzt bitte mal den Schlüssel raus, ich komm da so schlecht dran!" klang es dumpf aus dem Wagen heraus.

Ich öffnete die Tür, bückte mich nach dem Schlüsselbund und nahm ihn an mich.

"Geben Sie den mal der Truddi, die soll Euch schon mal reinlassen, ich komm gleich nach." sagte sie dann die einklemmte Maria zu mir.

In diesem Moment sah ich ihr Gesicht zum ersten Mal in aller Pracht, und ohne das ich es verhindern konnte lachte ich mit einem Mal los.

Hätte ich ahnen können, welch sagenhafter Anblick sich mir in diesem Augenblick bieten würde, dann hätte ich mich wahrscheinlich noch zurückhalten können, aber ich musste einfach loslachen.

Fräulein Domberg war eine Frau die sich ihr Gesicht rasierte, nass rasierte.

Eindeutige Merkmale wiesen auf diese Zusatzpflege bei ihr hin.
Sie hatte allem Anschein nach einen Bartwuchs, dem sie beizukommen hatte.

Am Haaransatz und in der Ohrmuschel hatte sie die Reste des Rasierschaums übersehen, der in kleinen, weißen Flöckchen an ihr haftete.

Der verbliebene Bartschatten war durch die unverwechselbare, helle Schnittspur eines Rasierapparates unterbrochen.

Der Kinnbart hingegen war eher halbherzig beseitigt worden und wies noch Stoppeln auf.

Gott wie grausam sah das aus.


Nun ja, ich nahm den Schlüssel, riss mich soweit es irgend ging zusammen und brachte den Schlüssel zu den frierenden Kolleginnen rüber.

Während Truddi sich nun damit abmühte den richtigen Schlüssel in dem Wirrwarr von etwa fünfzehn Schlüsseln zu finden, begann Fräulein Domberg erneut mit dem Zeremoniell des Autoabschließens.

Sie quälte sich aus dem Auto raus, schloss die Fahrertür ab, rüttelte am Schloss, ging um das Auto herum, rüttelte an der Beifahrertür, die ich bereits wieder verriegelt hatte, ging um das Auto herum zurück zur Fahrertür rüttelte erneut und kam dann wieder zu uns herüber.

Truddi`s Bemühungen, den richtigen Schlüssel zu finden blieben ohne Erfolg.
Beinahe gereizt riss Fräulein Domberg nun Truddi das Schlüsselbund aus der Hand, steckte auf Anhieb den richtigen Schlüssel ins Schloss und öffnete die Tür.

"Ach Du Scheiße!" dachte ich in diesem Moment.

Ich hatte doch eigentlich Montags Berufsschule.

Aber im selben Moment beruhigte ich mich wieder, da sich mein Fehltag ja wohl locker mit dem ersten Tag in einer neuen Filiale begründen ließ.


Fortsetzung folgt....
Fortsetzung...

Im Vorraum standen Container mit Gemüse und Molkereiprodukten, die erst einmal zur Seite geschoben werden mussten, damit ein Durchkommen überhaupt möglich war.

„Jehen Sie mal mit den anderen runter, da sind die Umkleideräume, dort können Sie sich umziehen. Aber machen Sie flott, wir müssen uns beeilen.“

Ich folgte den Kolleginnen in den Aufenthaltsraum der sich zusammen mit den Toiletten und dem Lager im im Keller befand, hängte meine Jacke auf, zog meinen Kittel an und machte mich sofort wieder auf den Weg nach oben in den Laden.

Sofort begann ein reges Treiben.

Aus dem Bereich der Kassenzone hörte man wie Kleingeld nachgezählt und einsortiert wurde, in der Fleisch- und Wurstabteilung wurden Bleche eingeräumt, Wurstaufschnitt und Fleischstücke vorbereitet.

Neben der Fleischabteilung befand sich eine kleiner, durch eine offenstehende Tür abgegrenzte Käseabteilung und ums Eck herum erstreckte sich bis zum Ladeneingang die Obst – und Gemüseabteilung.

Fräulein Domberg schob bereits die Gemüsecontainer nach vorne, während eine andere Kollegin die Molkereiprodukte zur Kühltheke rollte.

„Wo soll ich anfangen Fräulein Domberg?“ fragte ich meine Chefin.

„Können Sie schon Kartoffeln einräumen ?“ fragte sie skeptisch.

Natürlich konnte ich das und machte mich sofort ans Werk.

Diese Arbeit war schnell und ordentlich erledigt, hatte ich diese doch schon etliche Male vorher getan.

„Sie können ja richtig zupacken !“ sagte Fräulein Domberg mit einem freundlichen Lächeln.

„Nun aber voran. Sie machen das Gemüse und ich kümmere mich um das Obst.“

„Nichts leichter als das!“ dachte ich bei mir, und lud die Kartons mit dem Gemüse vor der Theke ab.

Fortsetzung folgt ....
Fortsetzung....
Ich wollte gerade anfangen die Paprikaschoten einzuräumen, da tippte sie mit dem Zeigefinger auf meine Schulter.

Ich drehte mich um zu ihr und noch bevor ich überhaupt fragen konnte was los war fing sie schon an.

„Sie sind mir ja Einer, soll ich die Obstkisten alleine abladen? Stellen sie die mal schön mit runter von den Containern. Nee, nee, nee, Ihr jungen Börsch häbt auch nix mehr am Hut mit Helfen was ?“

Ein wenig verlegen entschuldigte ich mich für meine Unaufmerksamkeit und begann sofort damit die anderen Kartons auch noch abzuladen.

„Neeeeeeeeeeeeeeeee nich daaaaaaa, die Apfelsinen kommen da vorne hin!“

Ihre Stimme war quängelig, laut und klang so richtig verzweifelt.

„Datt kann ja watt jeben, lassen Sie mal, ich mach das lieber alleine, so jibt datt nie was!“

„Ganz ruhig Georg, atmen und ruhig bleiben!“ dachte ich mir.

Ich schaute hinüber zu einer der Kolleginnen an der Wurstabteilung verdrehte die Augen. Ich wollte damit meiner bereits einsetzenden Entnervtheit Ausdruck verleihen und gleichzeitig für mich sicherstellen, dass die Anderen nicht zu der Überzeugung gelangt waren, dass ich mich wirklich zu dämlich anstellte.

Die Kollegin die ich anschaute, biss die Zähne zusammen, riss ein wenig die Augen auf und schüttelte warnend den Kopf und senkte sofort wieder ihren Blick in Richtung Wursttabletts.

Für mich stand fest, die hatten Angst vor Fräulein Domberg, anders ließ sich diese Geste der Kollegin einfach nicht erklären.

Meine Gedanken wurden von ohrenbetäubendem Lärm unterbrochen.

Fräulein Domberg schmiss aus etwa drei Meter Entfernung die Beutel mit den Orangen und Zitronen in die blecherne Theke.

Und dann passierte es.

Ohne das ich mich dagegen wehren konnte öffnete sich mein Mund und ich fragte:

„Glauben sie, das das so gut ist für das Obst?“

Weiß der Geier was mich dazu befähigt hatte das zu fragen, aber es war raus und nichts, aber auch gar nichts konnte das rückgängig machen.

Totenstille trat ein.

„Hässe datt jehört Jiesela?“ sagte sie mit einem schäbigen Grinsen zu der einen Kollegin hinter der Wursttheke.

„Der junge Mann wees was jut für et Obst ist. Der brauch keine Lehre machen Jiesela, der weees wie alles jeeeet, der weees jetzt schon watt jut und watt falsch is!“

Dann schaute sie mich mit von Oben bis unten prüfend an öffnete den Mund, kniff ein wenig die Augen zusammen und.........

warf mit Schwung einen weiteren Orangenbeutel in die Bleche.

Dann begann sie, während sie weiter das Obst in die Theke schmiss zu meckern und zu tadeln.

„Wisst Ihr, wenn ihr alle mal ein bisken schneller arbeiten würdet, dann bräuchte ich mich hier auch nicht alleine abhetzen. Nee, nee, nee, die jungen Leute, die wissen alles besser, aber tun keinen Schlag zuviel.“

Ich hatte das Unfassbare getan. Ich kritisierte SIE, dass hatte bisher niemand der Anwesenden gewagt und ich trat mit meiner Äusserung sowas von mächtig in die $cheisse.

Mein Blick senkte sich wie aus einer Schutzhaltung heraus in Richtung Boden, und während ich damit fortfuhr die Paprikaschoten einzuräumen, spürte ich, dass es diesen Drachen zu fürchten galt.

„Die Claudia, datt war auch so eine die alles besser wusste, sowas können wir hier nicht jebrauchen.“

„Entschuldigung, ich dachte nur....“

„Hören sie mal junger Mann, Sie brauchen hier ja nicht soviel zu denken. Sie sind hier um was zu lernen und nicht um mir was beizubringen. Nun machen Sie mal voran, wir müssen noch putzen, der Laden wird gleich aufgemacht!“

Fortsetzung folgt...
Fortsetzung.......

„Wieso?“

fragte ich mich immer wieder

„Wieso hatte ich nicht im entscheidenden Moment einfach nur die Klappe gehalten?“

Es war halt passiert und es galt sich mit dieser Situation zu arrangieren.

Nachdem wir die Theke soweit fertig hatten, wurde ich damit beauftragt, zusammen mit einer Kollegin die Container mit der Restware nach unten zu schaffen.

Zu diesem Zweck hatte der Laden einen Aufzug, in den wir die Container reinschoben.

Wir begaben uns dann über das Treppe nach unten, wo wir den Aufzug dann abriefen.

Die Kollegin stellte sich mir als „Rosi“ vor. Sie war die Substitutin dieser Filiale und zu diesem Zeitpunkt 24 Jahre alt.

Ich war sehr erleichtert, dass sie mir sofort das „Du“ anbot.

Während wir dann die Waren in den Kühlraum unterstellten sagte sie mir, dass ich besser dem Fräulein Domberg einfach nur gehorchen sollte, denn die könnte mächtig fies werden.

Und wenn sie etwas gefressen hatte, dann waren es junge Leute, die meinten, ihr sagen zu müssen was richtig oder falsch ist.

Rosi teilte mir unverblümt mit, dass ich es hier nicht leicht haben würde, sie hat selber unter Fräulein Domberg ihre Lehre gemacht und war schon mehrmals kurz davor gewesen das Handtuch zu schmeißen.

„Tu einfach was sie sagt und schlucke die Kröten die sie Dir zu fressen gibt, dann wird es schon irgendwie gehen.“

Ich nahm mir fes vor, Rosi’s Worte zu beherzigen, denn eins war mir sofort klar; sie meinte es gut mit mir.

„Meinst Du ich habe jetzt bei der verschissen Rosi?“ fragte ich ängstlich.

„Quatsch, das hat hier jeder schon hinter sich gebracht. Halte Dich einfach ein wenig zurück und sag nicht das was Du denkst!“

Es ging mir nach diesem Gespräch ein wenig besser und wir gingen , nachdem wir unsere Arbeit erledigt hatten wieder nach oben.

„Meeeeeen Zeit, ich dachte Ihr kommt jar nich mehr zurück!“

quängelte es mit einem Mal aus dem Büro, welches sich gegenüber dem Treppenaufgang befand.
Rosi ging geradewegs in den Laden und ich wurde in das Büro zitiert.

Fräulein Domberg klemmte auf einem kleinen Drehstuhl und schaute mich an.

„Sooooooo, Sie sind als unser neuer Lehrling. Wie heissen Sie nochmal?“

Ich stellte mich ihr erneut vor.

„Soll ich Sie sagen oder Du ?“

fragte sie mich, aber die Frage war so zielgerichtete gestellt, dass ich es nicht wagte darauf zu bestehen das sie mich siezte.


„Sie können gerne Georg sagen, so alt bin ich auch wieder nicht, dass Sie mich siezen müssen.“ erwiderte ich freundlich.

„Jeorch ? Schöner Name, mein Vetter hieß auch Jeorch.“

Sie klang freundlich und lächelte sogar während sie das sagte.

„Wann hesse denn Berufschule Jung ?“

Ja, das war das Problem. Ich sagte ihr, dass ich eigentlich jeden Montag Berufsschule hatte, aber das ich heute extra erst hierher gekommen war um mich vorzustellen. Gleichzeitig bat ich sie, mir eine entspr. Entschuldigung für diesen Fehltag auszustellen, da ich mich nicht mehr rechtzeitig abgemeldet hatte, weil ich doch erst so kurzfristig von meiner Versetzung erfahren hatte.

Also lügen konnte ich, soviel war sicher. Ich glaubte mir das beinahe selber, was ich da gerade von mir gegeben hatte und sprach mir selber eine gewisse Anerkennung für diese meisterhafte Ausrede aus.

„Mooooooooontach ? Neee, datt jeht aber nich. Montags kommt Fuhre, da brauch ich Dich zum anpacken!“

Kurzerhand beschloss sie, sich mit der Zentrale in Verbindung zu setzen, die dafür Sorge tragen sollte, dass ich an einem anderen Wochentag in die Schule sollte.

Ich verstand das in gewisser Weise auch, denn was um alles in der Welt hatte sie von einem Lehrling, der ausgerechnet an dem Tag nicht anwesend war, an dem die meiste Arbeit anfiel.

Dann erkundigte sie sich, was ich denn bisher schon in der anderen Filiale gemacht hatte.

Ich sagte ihr, dass ich jeden Morgen die Gemüsetheke klargemacht und auch die Kunden schon bedient hatte.

Darüber, das ich bereits schon bedient hatte, war sie sehr erfreut und sagte mir , dass ich das ab dem nächsten Tag sofort auch dort machen sollte, denn dann bräuchte Rosi das fortan nicht mehr den ganzen Tag zu tun .

Fortsetzung folgt...
Warten irgendwie verzweifelt auf die Fortsetzung?! *gg*
Chris
Fortsetzung....

Dann schaute sie auf die Uhr, raffte sich auf und machte mit mir einen Rundgang durch den Laden, zeigte mir wo welche Waren standen und wer von den Kolleginnen für welche Warengruppe zuständig war.

Dann sagte sie mir noch, dass wenn die Fuhre eingetroffen und abgeladen wäre ich mich bei Truddi melden sollte, die mir dann das Pflegen der Getränkeabteilung beibringen sollte.

Irgendwie hatte das wenigstens Hand und Fuß dachte ich und sah meinen neuen Aufgaben erwartungsvoll entgegen.

Zum Schluss fuhren wir dann mit dem Aufzug noch gemeinsam in den Keller, wo sich das große Hauptlager befand.

Dieses Lager hatte eine Fläche von etwa vierhundert Quadratmetern, wirkte aber aufgrund der niedrigen Decke so groß wie ein Fußballfeld.

Es sah, wie sollte es auch anders sein, wie geleckt aus.

Was jedoch auffiel, war, das dort Unmengen an Waren standen, die darauf warteten eingeräumt zu werden.

Während ich den Warenumfang bestaunte, machte Fräulein Domberg mich darauf aufmerksam, das dort viel zu viel Ware lagerte.

Begründen tat sie es damit, dass ihre Mitarbeiterinnen immer zuviel von dem bestellten was nicht gebraucht wurde, aber zuwenig von dem, was gebraucht wurde.

Im hintersten Bereich des Lagers befanden sich etliche Rollcontainer mit Getränkekästen, sowie ein Bereich für Leergutkästen.

Abschließend zeigte sie mir noch die Toilette, für deren Reinhaltung ich selber Sorge zu tragen hatte.

Das war mir nur recht, denn andernfalls wäre ich wohl noch mit der Reinigung der Damentoilette betraut worden, und das hätte mir in höchstem Maße widerstrebt.

Fräulein Domberg schaute wieder auf die Uhr und meinte, dass wir uns nun dranhalten müssen, weil nun die Zeit für Frühstückspause gekommen war und abgelöst werden musste.

„Jehst Du schon mal rauf und löst die Rosi am Jemüse ab? Ich komm dann mit die Aufzuch nach.“

Ich flitzte also die Treppe hinauf und ging zu Rosi um sie für die Frühstückspause abzulösen.

Viel war nicht los im Geschäft, hier und da liefen vereinzelt ein paar Kunden durch die Gänge, aber ansonsten war es eher ruhig.

Das war mir auch recht so, denn an meinem ersten Tag im neuen Laden war ich doch noch ein wenig unsicher.

Von der Gemüseabteilung aus konnte ich auf die Aufzugtüre blicken und ich sah wie er nach unten gerufen wurde.

Fräulein Domberg kam hochgefahren, öffnete mit Schwung die Türe, die sie dann offen stehen ließ und verschwand ins Büro.

„Jeeeeeeeeeeeeeoooooooorsch!“ schallte es urplötzlich aus ihrem Kabüffken.

„Tusse mal kommen ?“

Ich ging zum Büro, wo sie zusammen mit Rosi am Tisch saß und Kaffee trank.

„Holse mal von vorne ein Wäjelchen fürt Lärjut und stellse den hier unten hin?“

Sie deutete auf den kleinen Bereich im Vorraum, der sich unmittelbar hinter der Tür zum Laden befand, in dem schon eine paar leere Bier- und Limoföaschen auf dem Boden abgestellt standen.

Ich ging also wieder zurück an der Gemüseabteilung vorbei um einen Einkaufswagen zu besorgen.

Im gleichen Moment stellte sich eine Kundin vor die Gemüseabteilung und rief:

„Bedienung!“

Ich brach also mein Vorhaben ab und bediente zunächst die Kundin, der dann noch zwei weitere folgten.

„Jeeeeeeeeeeeeeoooooooooorsch! Wo bleibse mit datt Wäjelchen? Hasse Dich verlaufen ?“

„Moment Fräulein Domberg ich bediene gerade.“ antwortete ich.

Ich hatte gerade die letzte Kundin fertig bedient und wollte nun den Wagen holen, als eine der Kundinnen, die ich zuvor bedient hatte sich vor die Käseabteilung stellte und auf Bedienung wartete.

Scheinbar waren beide Kolleginnen der Wurstabteilung, die gleichzeitig auch an der Käsetheke bedienten gerade im hinteren Bereich um ebenfalls ihre Frühstückspause zu machen.

Ich nahm mir einen Wagen, ging wieder zurück und stellte mich an die Wurstheke um eine der Kolleginnen zu rufen, damit die Kundin bedient werden konnte.

„Wie hiessen die noch gleich?“ dachte ich bei mir und beschränkte mich, weil mir keiner der beiden Namen einfiel auf ein „Haallooo!“

Fortsetzung folgt ...
Fortsetzung ...

Nichts rührte sich.

Fräulein Domberg kam in den Laden und direkt auf uns zu. Noch während sie auf uns zuging verzog sie das Gesicht und quängelte:

„Hässet bald jeeorsch ? Wie lange brauchse denn um ein Wäjelchen zu holen ?“

„Ich habe bis gerade noch Kunden bedient Fräulein Domberg und wollte gerade eine Kollegin zur Käsebedienung rufen.“

„Meeeeeen Zeit, Ihr jungen Börsch häbt immer ne Ausredfe parat fürt träumen, nee, nee, nee. Jib mir mal datt Wäjelchen ich mach datt dann schon selber.“

Sie riss mir den Wagen aus der Hand und während sie zurückging rief sie aus lauter Kehle: „Jieeeeeeselaaaahhh Käääääse!“

Und schwups war eine der beiden Kolleginnen zur Stelle um die Kundin zu bedienen.

Nun war wieder Ruhe im Geschäft und ich lief dann ein wenig durch die Gänge um damit zu beginnen mir die Waren und deren Standort einzuprägen.

Ich war gerade in Höhe des Regals wo die Haushaltsreiniger standen, als es wieder tönte:

„Jeeeeeeeeeeorsch......Oooooohooooobst!“

Ich hastete also zur Gemüseabteilung um zu bedienen, aber da stand dann schon Fräulein Domberg und nahm sich dem Kunden an.

„Wo bisse jewesen ?“

„Ich hab mich ein wenig umgesehen wo die Sachen alle hinkommen.“

„Watt denn für Sachen ?“

„Die Waren halt, sie sagten doch nachher kommt die Fuhre. Dann weiss ich wo ich sie abstellen muss!“

„Datt Lärjut steht immer noch auf dem Boden, datt hättesse ja wohl auch schon mal in datt Wäjelchen reinstellen können, nee,nee,nee.“ dabei schüttelte sie so richtig schön verzweifelt mit ihrem Kopf.

Ich sollte eben die Flaschen einräumen und dann auch Kaffeepause machen.

Ich ging rauf in das Büro, wo Rosi noch saß und nahm mir einen Stuhl der an der Wand stand und setzte mich darauf.

Nun hatte ich weder ein Frühstücksbrot noch Kaffee eingepackt und saß dann einfach nur dumm rum.

„Möchtest du einen Kaffee?“ fragte Rosi.

„Ich hab heute Morgen gar nicht mehr daran gedacht mir eine Tasse einzupacken!“ antwortete ich aber ich hätte schon gern einen Kaffee getrunken.

„Ich muss eh wieder in den Laden, wenn es dich nicht stört, kannst Du meine Tasse nehmen. Aber bitte spül sie danach wieder aus okay?“

Ich wollte eigentlich ablehnen, nahm dann aber doch das Angebot an und bedankte mich.

Rosi bot mir eine Zigarette an, die ich dankend annahm und zündete sich dann selber auch eine an.

Sie machte zwei Züge, drückte sie dann aus und verließ dann das Büro um wieder in den Laden zu gehen.

Die Frühstückspause war mit 20 Minuten veranschlagt aber als ich meinen fünften Zug aus der Zigarette gemacht hatte, kam Fräulein Domberg angestapft.

„Hörens, wie lang machse eijentlich Pause ?“

„Ich habe erst vor 5 Minuten damit angefangen Fräulein Domberg!“

„Meeeeeeen Jott wie schön, da hab ich ja noch richtig lag zu leben wenn datt nur 5 Minuten waren!“

Sie war so ein richtiges Ekelpaket, dass merkte ich sofort, aber irgendwie gelang es ihr mit dieser Art auch einzuschüchtern und man wagte es nicht ihr Wiederworte zu geben.

Sie war denn dann aber so gnädig und ließ mich meine Zigarette in Ruhe zu Ende rauchen und setzte sich neben mich auf IHREN Stuhl.

Sie griff zur Kaffeekanne und schüttete sich ihr Käffken ein und stierte aus dem Bürofenster in den Laden.

„Gleich jibbet viel zu tun Jeeorsch, heute kommt viel Aktionsware wegen Weihnachten!“ sagte sie, während sie auf ihre Uhr starrte.

Ihre Uhr wirkte ein wenig verloren an ihrem Handgelenk, das so richtig schön schwammig und wulstig war und überall kleine Hautverletzungen aufwies.

Kaum hatte sie es ausgesprochen, da klingelte am Hintereingang.

Sie schickte mich um die Tür aufzumachen.

Ich drückte die Zigarette aus und ging los um die Türe zu öffnen.

Draußen stand ein großer LKW, an dem der Fahrer bereits die Laderampe herunterließ.

Die Fuhre war da.

Fortsetzung folgt...
Fortsetzung ..

„Machste mal den Aufzug auf?“ sagte der Fahrer zu mir.

Nun hätte ich ihm ja gerne seinen Wunsch erfüllt, aber was genau er damit nun meinte wusste ich leider nicht.
Ich ging also wieder rein und sagte Fräulein Domberg, dass der Fahrer mich darum gebeten hatte den Aufzug aufzumachen.
Sie gab mir einen großen Vierkantschlüssel in die Hand und sagte mir, das ich damit die Hintertüre des Aufzugs aufbekomme, der zur Straße hinführte.

Ich ging also mit dem Schlüssel zum Aufzug, entriegelte dort die Hintertüre und öffnete sie dann zur Strasse hin.

Der Fahrer hatte unterdessen etwa 8 bis oben vollgepackte Container auf die Strasse geschoben.

Ich griff mir einen nach dem anderen und zog sie in durch den Aufzug in den Laden rein.

Rosi kam mir entgegen und verteilte dann die Container auf die jeweiligen Gänge.

Selbstverständlich waren diese Container, wie schon im anderen Laden, kreuz und quer beladen worden, so dass es eigentlich egal war, vor welchen Gang man sie schob.

Fräulein Domberg kam aus ihrem Büro.

„Rosi, lass datt ,mal den Jeeorsch machen, hilf Du mich lieber mich bei die Lieferscheine .“

Rosi verdrehte die Augen ein wenig, unterbrach ihr Vorhaben mir helfen zu wollen und ging zum Büro.

Nachdem nun die Fuhre ausgeladen war, standen etwa 24 Container im Laden verstreut.

Der Laden hatte etwa nur zwei Drittel der Größe des Geschäfts in dem ich vorher arbeitete, aber bekam nicht viel weniger Ware angeliefert.

Ich fragte mich, wie die das alles in die Regale unterbringen wollten.

Egal, nun hieß es erst einmal abladen und die Kartons vor die Regale stellen.

Es war wie verhext.

Immer dann, wenn ich gerade in einem Gang war von dem aus man keine Sicht zur Gemüseabteilung hatte schrillte es quer durch den Laden:

„Jeeeeeeeeooooorsch Oooooooohoooost!“

Es war nicht so, das ich meinen Namen ablehnte, aber so wie sie ihn ausrief, lief es mir eiskalt den Rücken runter.

Ich wetzte also zwischen abzuladenden Containern und zu bedienenden Kunden hin und her.

Aber bei der Masse an Ware die da geliefert wurde, türmten sich bald die Kartons vor den Regalen und dabei war nicht einmal die Hälfte der Lieferung abgeladen.

Die Zeit ging wie im Fluge um und eh ich’s mich versah war es schon 13 Uhr und der Laden wurde für die Mittagspause abgeschlossen .

Truddi war die Hauptkassiererin und zuständig für die Spirituosen- und Getränkeabteilung und Tabakwaren.

Fräulein Domberg, Rosi und zwei weitere Kolleginnen die erst nachmittags eintrafen kamen in den Laden und begannen damit die Waren aus den Kartons zu räumen.

Rosi, die für Nährmittel, also Zucker, Mehl, Backwaren, Konserven etc. zuständig war, sagte, dass sie sich ihre Waren nun selber holen würde, aber bat mich, zur Stelle zu sein wenn schwerere Kartons abzuladen wären.

„Jieeeselahh zwo“ also nicht die Giesela aus der Wurstabteilung war für die Haushaltartikel zuständig und Monika für Tiernahrung und Kosmetikartikel.

Fräulein Dombergs Reich waren die Sonderangebotsflächen, die sich an den Kopfenden der einzelnen Gänge befanden.

Warum sie sich genau diese Arbeit raussuchte war schnell klar. Denn die Container mit den Sonderangeboten bestanden im Regelfall aus etwa 15 – 20 verschiedenen Artikeln und waren feinsäuberlich beladen und mit einem roten Plastikband markiert.

Auf den anderen Containern herrschte ein Wirrwarr von kleinen Schächtelchen bis hin zu großen Kartons, aber schön durcheinander von allem etwas halt.

„Kinner heut is viel waah, wir müssen uns dranhalten ?“ stöhnte Fräulein Domberg, als sie durch den Laden marschierte und sich ein paar Einkaufswägelchen holte um die Sonderangebote der Vorwoche auszuräumen um Platz für die neuen zu schaffen.

„Roooooooosssiiiiiiiieeeee ! Wo hässe die Lieferscheine ?“ rief sie mit beinahe singender Engelsstimme durch den Laden.

„Die sind im Büro!“ kam es ein wenig entnervt aus dem gang zurück in dem Rosi arbeitete.

„Häb ich dir die nich jejäven Rosi ?“

„Neeheee, die häbbe sie mir nich jejäven Fräulein Dohombersch!“ sang Rosi spöttisch zurück.

„Hoppala, die lehnt sich aber weit zum Fenster raus“ dachte ich bei mir.

Fortsetzung folgt...
Fortsetzung...

Aber anstatt Fräulein Domberg nun zur Gegenwehr ansetzte, sagte sie einfach nur:

„Ich jee mal kuucken wo ich die Scheen hinjleecht hann!“

Rosi nahm allen Anschein nach einen Sonderstatus bei der Chefin ein und konnte sich wohl diese Ironie ungestraft erlauben, jedoch hütete ich mich davor es ihr gleichzutun obwohl Fräulein Domberg eine Menge Angriffsfläche für diese Art des Humors bot, aber ich wusste instinktiv, dass ich mir das bei ihr nicht herausnehmen durfte.

Während nun alle eifrig damit beschäftigt waren die Waren auszuzeichnen und so gut es irgend ging in die Regale zu verfrachten, begannen dann quer durch die Gänge die interessantesten Gespräche.

Die Frauen unterhielten sich über Krankheiten die ihre Verwandten oder Bekannten durchmachten oder schon hinter sich hatten.

Fräulein Domberg, dass wurde schnell klar, konnte immer wieder damit toppen, dass ihre Verwandten oder Bekannten ein viel schlimmeres Los getroffen hatten.

Sprach nun „Jieeselah zwo“ von einer Cousine, die an der Galle operiert werden musste, dann hatte Fräulein Domberg eine Freundin gehabt, der man die Galle komplett entfernen musste.

Hatte Truddi eine Freundin, die an Brustkrebs erkrankt war, dann hatte Fräulein Domberg eine Cousine, die schon lange keine Brüste mehr hatte.

Mit dem was Fräulein Domberg selber alles schon durchlitten hjatte, konnte dann ehedem schon niemand mehr mithalten, aber diese Gespräche fanden immer wieder neuen Nährboden und es ging zu wie in einem Wartezimmer.

Auf einmal machte es „Ploootsch“ und Fräulein Doberg fing an zu jammern.

„Jeeeeeooooorsch! Holse mal schnell nen Wischer, mich is hier was runterjefallen!“

Ihr war ein schönes fettes Gurkenglas von der obersten Kante des Regals runtergefallen und auf dem Fußboden bildete sich eine schöne große Essiglache.

„Mach schnell, datt läuft hier ales unters Rejal !“ trieb sie mich an.

Ich flitzte nach hinten in den Vorraum und besorgte einen Eimer mit Wasser, einen Wischer und einen Aufnehmer.

Nicht im Traum hätte auch nur Einer daran gedacht, in der Zwischenzeit schon einmal ein paar Scherben aufzusammeln.

Fräulein Domberg hatte sich ein zerknautschten Karton unter die Füße gelegt, damit die ihre Schuhe nicht nass wurden.

„Ich würd Dich ja helfen Jeorsch, aber ich hab Angst das ich mich in die Finger schneid, ich bin doch ne Bluter!“

Sie war also ein Bluter.

Dazu kam es, weil sie irgendwann einmal aufgrund einer Thrombose blutgerinnungshemmende Mittel einnehmen musste, jedoch lag dies, wie ich später einmal erfuhr schon etliche Jahre zurück.

Ich pulte also die Scherben und die Gurken auf, warf sie in einen Karton und machte mich daran die Essiglache aufzuwischen.

In dem Moment wo ich den Lappen das erste mal tüchtig auswrang, durchfuhr meine Hände ein stechender Schmerz.

Irgendwer hatte wohl mit diesem Lappen schon einmal Glassplitter aufgewischet, die sich nun tüchtig in meine Handflächen eingruben. Der Essig tat dann das Übrige um mir so ein richtiges Wohlgefühl zu bereiten.

Jedoch hielten sich die Verletzungen im Rahmen und bluteten nicht sonderlich stark, aber die nächsten Male wrang ich den Lappen nicht mehr so beherzt aus wie beim ersten Mal.

Ich war gerade damit fertiggeworden und brachte das Putzzeug wieder nach hinten, also Fräulein Domberg wie von der Tarantel gestochen aufschrie.

Ob man es nun glaubte oder nicht, sie hatte schon wieder zwei Gurkengläser ins Jenseits befördert und ich machte mich sofort daran, neues Putzwasser zu besorgen und begann erneut damit das Malheur zu beseitigen.

Meine Schuhe, meine Hose und mein Kittel stanken nach Essiggurken und ich verfluchte Fräulein Domberg insgeheim für ihr Missgeschick.

„Truddi kommse voran ?“ rief sie zur Getränkeabteilung herüber.

„Geht schon, Fräulein Domberg, ist nicht mehr viel, der Rest kommt nach unten!“ antwortete Truddi.

Nach und nach begannen die Kolleginnen damit, ihre Restwaren auf die Container und in Einkaufswägelchen zu verfrachten um diese dann ins Lager zu bringen.

Fräulein Domberg hatte etwa 5 Wägelchen mit Restposten aus den Sonderangeboten der Vorwoche gefüllt und hatte in der ganzen Zeit gerade mal die Gurkengläser und ein paar Konservendosen eingeräumt.

Kurzum, sie war stinkfaul !


Fortsetzung folgt...
Fräulein Domberg scheint ja ein Traum von Schwiegermutter zu sein :-t ggg ;-)

Liebe Grüße,
Chris
Boah das ist echt mal voll genial, macht total spaß das zu lesen. freut sich auf mehr....:-)
Fortsetzung.....

Um 15 Uhr wurde der Laden wieder geöffnet.

Meine Aufgabe bestand nun darin, Kunden bei Bedarf an der Gemüsetheke zu bedienen und die Gänge aufzuräumen.

Fräulein Domberg wirkte ein wenig verärgert, weil ihr scheinbar alles zu langsam voranging.

Sie stand stöhnend vor ihren Sonderangeboten, fluchte darüber, dass sie nicht wusste wohin mit den Waren und auf die Idee zu helfen käme auch nie jemand von alleine.

Ja, es war schon ein Fluch mit den jungen Leuten. Denen musste man immer die Arbeit zeigen.

Ich konnte mich des Eindrucks nicht erwehren, das sich ihre Vorwürfe allesamt gegen den Neuen, also gegen mich, den Knecht richteten.

Zudem rannte ihr die Zeit davon und die Ablösung zur Kaffeepause stand an.

Es wird wohl ungefähr 16 Uhr gewesen sein, als sie mich dann zur Kaffeepause ablöste, jedoch ermahnte sie mich noch schnell meine Pause ja nicht zu überziehen.

„Schieb Dir doch die Pause sonst wohin Du alte Fettel!“ dachte ich mir insgeheim, aber nahm die mahnenden Worte einfach nur zur Kenntnis, machte meine Kaffeepause und ging zurück in den Laden.

Besonders spaßig war es, mit anzusehen, wie Rosi, Jieselah zwo imer wieder einen dicken Hals bekamen, wenn sie ihre Container und Wagen in den Aufzug stellen wollten, dieser sich aber nicht nach oben holen ließ, weil Fräulein Domberg grundsätzlich die Türen aufstehen ließ.

Ich musste laut lachen, als Jieselah zwo einmal vor Wut fluchend gegen die Türe trat weil Fräulein Domberg bereits zum vierten Mal mit dem Aufzug in den Keller gefahren war und die Türen offen gelassen hatte.

Etwa um 18 Uhr putzte ich dann mit Rosi zusammen noch den gesamten Laden, während Fräulein Domberg in ihrem Büro die Geldbomben mit den Tageseinnahmen vorbereitete, die Abends bei der Bank eingeworfen werden mussten .

Es ist mir bis heute ein Rätsel wie es bei all dem Trubel überhaupt möglich war, pünktlich Feierabend zu machen, aber um 18 Uhr 30 wurde der Laden zugemacht und um 18 Uhr 45 waren wir alle schon auf dem Weg nach Hause.


Der erste Tag auf der Galeere die ich dort bestiegen hatte und auf der Fräulein Domberg den Rudertakt antrommelte war geschafft.


Ende des ersten Kapitels !
Liebe Meetinxer !

Bis hierher war es für mich recht einfach gewesen, diesen Thread aufzubauen, da die ich Dinge, die Ihr hier lesen konntet bereits vor Jahren schon niederschrieb.

Ich schrieb damals voller Eifer an dieser Lektüre, aber brach dann mein Vorhaben ab, da ich bei genauerer Betrachtungsweise zu dem Ergebnis kam, dass meine Erlebnisse wohl kaum irgend Jemanden interessieren könnten.

Hinzu kamen erhebliche Selbstzweifel an der Qualität meines Schreibstils, so dass ich seiner Zeit aufgab.

Im Meetinx Forum habe ich nun zum ersten Mal überhaupt, einer größeren Anzahl an Menschen einen Einblick in meine Versuche des Schreibens gewährt.

Damals wäre ich für Kritik von Außen zu keiner Zeit empfänglich gewesen und habe deshalb auch nie ernsthaft versucht, etwas mehr für meine Leidenschaft in Punkto Schreiben zu unternehmen.

Heute sehe ich das Gott sei Dank alles etwas gelassener und ich denke, dass ich mich mittlerweile dazu in der Lage sehe, wohlwollende Kritik anzuerkennen.


Ich würde mich daher freuen, wenn Ihr mir nun einmal mitteilen würdet was ihr:

1. Insgesamt von dieser Lektüre haltet,

2. Was Euch nicht gefallen hat

3. Was Euch vielleicht besonders zugesagt hat

4. Was Ihr ändern würdet.


Meine persönliche Vorstellung ist es, dass ich nun, wenn ich denn daran weiterarbeiten sollte, von der minutiösen Art des Schilderns Abstand nehme und mir einzelne Erlebnisse aus dieser Zeit herauspicke und sie in Aufsätze, also in kurze Geschichten einbaue.


Ein lieber Gruss,
Nucleus
..gespannt schaut wie%27s weitergeht .. lieber Gruß ..Wattfloh;-)
1. Insgesamt von dieser Lektüre haltet,
Bisher super spannend und einfach schön zu lesen!!

2. Was Euch nicht gefallen hat
Gabs eigentlich nichts... bis vielleicht darauf, daß ich immer so lange bis zur Fortsetzung warten muss(te)... *g*

3. Was Euch vielleicht besonders zugesagt hat
Deine Art zu schreiben... "langeweilige" Sachen interessant und spannend darzustellen!!

4. Was Ihr ändern würdet.

Hmm, werd nicht rot *g*, aber eigentlich absolut gar nichts!!! *gg*

Meine persönliche Vorstellung ist es, dass ich nun, wenn ich denn daran weiterarbeiten sollte, von der minutiösen Art des Schilderns Abstand nehme und mir einzelne Erlebnisse aus dieser Zeit herauspicke und sie in Aufsätze, also in kurze Geschichten einbaue.
Lieber wäre es mir, wenn Du so fortfahren würdest, wie bisher! Aber ich gebe mich mit dem zufrieden was kommt ;) *ggg*

Liebe Grüße,
Chris
-1. insgesamt halte ich von dieser lektüre sehr viel.

-2. nicht gefallen haben mir die kalten schauer der erinnerung an die erste hälfte meiner zivi-zeit, die mir beim lesen ständig über den rücken gelaufen sind. war zwar nicht im supermarkt aber mindestens genauso grausam. gg

-3.besonders zugesagt hat mir eben auch diese nähe, die deine geschichte durch und durch miterlebbar und mitfühlbar macht.

-4. was ich ändern würde? der autor sollte (ganz sanft) getreten werden um ihn schneller schreiben zu lassen. denk an uns die lesestoffabhängigen und wie wir auf das nächste kapitel warten...gg.
den stil empfinde ich als sehr angenehm und realistisch und würde ihn nicht ändern ... aber egal wie es weitergeht... ich werde weiterlesen!

mit dank für das bisher niedergeschriebene

DarkSamurai
Nucleus

1) egal

2) nein, da zu viele weitaus bessere "Autoren" mein Augenmerk für sich gewinnen konnten. Doch ist es nicht verwerflich, sich eine Plattform für seine geistigen Ergüsse zu suchen. Irgendwer findet sich schon fg

Zitat:

„Nach etwa 10 Minuten unterbrach sie dieses erneute Schweigen mit einem total gelangweilten:

„Wer kann es dem Georg heute erklären ?“ „

Ein zehnminütiges Schweigen in einer derartigen Erzählung erinnert unwillkürlich an dieses von der Decke hängende Mikrofon in diversen „Billigproduktionen“. usw....usw... Nicht mein Fall, doch wem es gefällt. :)

Lächerliches, profanes "Dahingeplänkel" a la "gucktmalwerdaschreibt". Uninteressant !



Sam Naseweis

"Ich war auch nie ein Freund der Schule gewesen, meine Noten hingen immer von den Lehrern ab die ich hatte. Verstand es der Lehrer einen für den Stoff zu interessieren und gab er nicht zu viele Hausaufgaben auf, sondern erklärte die Sache im Untericht, dann besserten sich auch meine Noten."

Klar, dass immer die Lehrer schuld sind/waren.....fg

Lasst uns die Eltern aber nicht vergessen, auch als potentiell schuldige Personen zu bezeichnen, oder ? Etwas zu pauschal ? Was soll’s, nur ein Gedanke. Zumal es ja nur der Ausdruck des Empfindens einer Person war.

Meinungen sind wichtig !

Sollten Prostituierte in die gesetzliche Sozialversicherung eingebunden werden, ggf. versicherungspflichtig in den entsprechenden Versicherungszweigen werden ? Aktuell diskutiert....



Cu



Chatwiesel :)
"Bessere" Lehrer, und das Bundeskanzleramt wäre mein... Ein Jammer !

2) nein, da zu viele weitaus bessere "Autoren" mein Augenmerk für sich gewinnen konnten. Doch ist es nicht verwerflich, sich eine Plattform für seine geistigen Ergüsse zu suchen. Irgendwer findet sich schon fg


Deine Kritik in allen Ehren Chatwiesel, aber bitte hilf mir auf die Sprünge was das mit "2" zu tun hat?

Wirklich erstaunlich hingegen erscheint mir Deine Auffasungsgabe der Dinge.

Anders als dem geneigten Leser ist es schlicht Deiner Aufmerksamkeit entgangen woran sich meine Fragestellung orientierte.

Vom Hocker fallen oder sich im Grabe umdrehen würden die von Dir erwähnten Literaten, wenn sie allsamt wüssten welch Augenmerk da auf sie gerichtet wurde.

Nun bietet mein vorangegangener Wortschwall doch schon so unendlich vieles an Angriffsfläche für einen Pseudozyniker wie Dich und Du trittst nur in die Häufchen die Du selber gelegt hast.

Meine Empfehlung an Dich, wenn Du Dich schon nicht in der Lage siehst echte Kritik abzuliefern:

Lies Dir doch noch ein paar Auszüge aus der Geschichte durch und unternimm einen zweiten, dritten oder auch noch zwanzigsten Anlauf.

Die Chance, dann eines schönen Tages bei mir auf Gehör zu treffen ist denkbar gering, aber ich halte es da wie dereinst mein Vater.

Er gab mir einen kaputten Wecker auf den ich mit einem Hammer eindreschen durfte um das innere zu erforschen.

Ich denke mal an diesen Punkt solltest du Dich noch einmal zurückbegeben.
Dieser Neuanfang hält für Dich die Möglichkeit inne, eines Tages als echtes Ekel abgestempelt zu werden Chatwiesel.

Doch dazu fehlt es Dir in diesem Moment noch gänzlich am dazugehörigen "Know How"


ein lieber Gruss,
Nucleus
Sollte ich diesen Eingangsthread incl. der 2. Fragestellung (für Nucleus: "Besteht eurerseits überhaupt Interesse an dieser Art Kurzweil ?") falsch gedeutet haben ? Sicher nicht ! Ist der "Autor" sich ggf. nicht mehr bewusst, was er "zum Besten gab" ?

Nucleus1 ist erzürnt, erzählt von seinem Vater und dessen Wecker etc..

Subjektiv anmutendes Geschwalle einer getroffenen Person. Sonst nichts !

Kritikfähigkeit ?...fg Was soll er auch dazu schreiben ? Die Souveränität des Schweigens als Alternative ins Kalkül zu ziehen kam ihm wohl nicht in den Sinn....? Egal, wir sind alle nur Menschen...fg

Cu



Chatwiesel :)
PS: Welche "Literaten" erwähnte ich eigentlich ?...Oh je....


Macht Dir nichts draus Nuc, es gibt genug Leute die die selbe Meinung haben, wie ich.. Und daß es immer wieder Wichtigtuer mit schlechtem Geschmack gibt, ist ja nichts Neues :)!

Viele Grüße,
Chris
(ziatat)
"Besteht eurerseits überhaupt Interesse an dieser Art Kurzweil ?"


@Chatwiesel

Nicht im Traum wäre mir eingefallen, dass ein selbsternannter Meister verbaler Schlagfertigkeit 3 Wochen benötigt um in Aktion zu treten.

Yepp Chatwiesel, somit ergibt deine Kritik tatsächlich Sinn.

Gratulation !

Jedoch drängt sich bei mir der Verdacht auf, dass es sich bei Dir um so ein armes Menschlein handelt, dass erst pinkelt und dann den Reisverschluss öffnet.
Dass jedoch lässt sich mit einer Portion gutem Willen leicht einrenken ;-)

Im Moment jedoch komme ich jedoch zu nachstehender Schlussfolgerung:

Unter Berücksichtigung meiner bisher eingebrachten Postings in diesen Thread und unter Zugrundelegung Deiner Reaktionszeit, habe ich mich, wenn überhaupt, erst für den 27.05.2014 warm anzuziehen.

Dies jedoch träfe auch nur dann zu, wenn meine intellektuelle Weiterentwicklung ab heute stagnieren würde.

Sieh es einfach ein Chatwiesel, an echter Arroganz die mich zu treffen imstande wäre, mangelt es Dir an allen Ecken und Kanten.

Das packst Du nicht, dazu fehlt es Dir an der entsprechenden Leidenschaft.


Souveränität des Schweigens?

Mag sein das es diese gibt, aber sie wäre wider meinem Naturell.

Allein die Tatsache, dass ich mich sicher wähnen kann dass meine Reaktion auf Deine verbalen Blähungen bei anderen Postern einen herzhaften Lacher hervorrufen, motiviert mich, mich nicht in Schweigen zu hüllen.

Erzürnt?

Nö, dass nun wirklich nicht, dazu bedarf es schärferer Waffen Chatwiesel.

Ich bin viel zu glatt, als das Deine Zielübungen an mir fruchten würden.

Abschliessend jedoch noch mein Dank an Dich :-)

Du trägst, wenn auch nur unmaßgeblich, mit Deinem Auftritt dazu bei, dass ich nicht einroste.

Daher an dieser Stelle: Danke!


Herzlichst,
Nucleus
Nucleus1

"@Chatwiesel

Nicht im Traum wäre mir eingefallen, dass ein selbsternannter Meister verbaler Schlagfertigkeit 3 Wochen benötigt um in Aktion zu treten.

Yepp Chatwiesel, somit ergibt deine Kritik tatsächlich Sinn.

Gratulation !"


Na endlich :)

Diese "selbsternannter Meister","armes Menschlein", "ich bin zu Glatt" oder "mich zu treffen ist schwer" Triaden bedürfen keines weiteren Kommentars. Ein Selbstgänger ;)

Schön, dass du aufgrund meiner Meinungsäusserung derart locker bleibst...fg. Oder handelt dein letzter thread, gänzlich ohne sachlichen Hintergrund, nicht fast einzig und allein davon: "ich bin zu glatt"..."um mich zu treffen, mangelt es dir an allen Ecken und Kanten" usw....usw... Kernaussage: "Mich berührt das alles nicht" gepaart mit einer Art lächerlicher Selbstdarstellung in Verbindung mit wildem "Umhertreten" a la, jetzt beurteile ich einmal die Person. ("....Verdacht...armes Menschlein") Disqualifiziert !

Irgendwie so.....hmmm.....unglaubwürdig. :)

Doch mit meiner Meinung über deine "Ergüsse" in diesem thread wirst du leben müssen. Verstanden hast du es ja anscheinend nun.

Gerade wer fragt, sollte auch mit negativer Kritik umgehen können.

Auf derartige Beiträge findet nun ein Eingehen meinerseits nicht mehr statt.

Sänger, Autor, Schauspieler......., oder Lokomotivführer, Pilot....?

Nebelschlussleuchte in der Innenstadt, ein Ärgernis.



Cu



Chatwiesel :)
PS: Schön, wenn die Leute locker bleiben und auch immer darauf hinweisen.......was will man mehr ? fg
Lass gut sein Chatwiesel, ist nicht Dein Tag heute ;-)
Ich hoffe Wiesel ist kein Psychologe, wenn ja sollte er den Beruf wechseln.. naja, so viel dazu :-).

Wann geht`s denn endlich weiter Nuc?! :-x *g*

Viele Grüße,
Chris
Hi Knower :-)

Ist bereits in der Mache, aber ich denke es geht bald weiter.

Freut mich riesig Dass es Dir und anderen so gefällt und ich hoffe ich kann sauber daran anknüpfen damit Ihr weiterhin was zum schmunzeln habt.

Gruss
Nucleus
Fortsetzung.....

Das neue Jahr war gerade angebrochen und ich hatte mich eigentlich an meinem neuen Ausbildungsplatz recht gut eingelebt.

Zur Berufsschule ging ich fortan jeden Dienstag, so dass Fräulein Domberg sich glücklich schätzte, über ihren neuen Knecht auch am arbeitsreichen Montag verfügen zu können.

Der Laden in dem ich arbeitete, musste jeden Tag um seinen Tagesumsatz ringen. Manchmal fragte ich mich, wieso eigentlich so wenig Kunden in den Laden kamen und ich kam meist zu dem Schluss, dass allem Anschein nach die Kundschaft den Laden mied, weil man dort ohnehin beschissen wurde.

Man muss sich nämlich vorstellen, dass ein Laden, umsatzschwach wie dieser, darauf angewiesen war, an allen Ecken und Enden Kleinstgewinne einzufahren.

Zu diesem Zweck führte Fräulein Domberg eine Liste mit Artikeln, die sie entgegen der Preisvorgabe der Gesellschaft teurer auszeichnen ließ.

Dem Fall gesetzt, dass jeden Tag 5000 einzelne Artikel verkauft wurden, konnte man getrost davon ausgehen, dass wenigstens 300 DM zusätzlich auf den gemachten Umsatzes fielen.

Sie erhoffte sich daraus die Minimierung negativer Inventurergebnisse, deren Hauptursachen in Ladendiebstählen und dem Verfall von Frischeartikel zu suchen war.

Eigentlich recht pfiffig möchte man nun annehmen, aber diese Sache war ein heikles Unterfangen.
Bei der Coop AG war es nämlich üblich, das alle paar Wochen ein Revisor auftauchte, der stichprobenartig die Artikel auf die richtige Preisauszeichnung hin überprüfte, weil diese Typen genau um die Tricks der Filialleiter wussten.

Nun war Fräulein Domberg eine Mitarbeiterin, die schon etwa 50.000 Jahre bei der Firma war und sie hatte im Laufe der Jahre einige vorteilhafte Beziehungen nach oben aufbauen können.

So kam es denn, dass Fräulein Domberg meistens noch einen Tag vorher vom Besuch des Revisors in Kenntnis gesetzt wurde, so dass sie den, sich daraus ergebenden zeitlichen Vorsprung nutzte um uns allesamt in Alarmbereitschaft zu versetzen und uns mit der Umzeichnung der betreffenden Artikel beauftragte.

Was heißt eigentlich uns ?

Die personelle Besetzung des Ladens war so straff organisiert, dass diese Arbeit meist an einer, maximal an zwei Personen hängen blieb.

Dieses andauernde Umzeichnen war eine Arbeit für Leute die Vater und Mutter erschlagen hatten, denn meistens wurde an Artikeln gepfuscht die sich eh wie warme Semmeln verkaufen ließen und in großer Stückzahl im Laden eingeräumt waren.
Meistens waren das Billigkonserven wie Thunfisch, Ölsardinen, Senfgläser, Konservenmilch, Gewürze, Tütensuppen und Haribo-Tüten, halt alles was in rauen Mengen vorrätig war und sich einigermaßen gut verkaufen ließ.

Manchmal, wenn Fräulein Domberg einen gute Tag hatte, half sie mir bei der Umzeichnung der Waren.

Wie um alles in der Welt hätte man das schaffen sollen, wenn sie nicht so nett gewesen wäre und sich die Riesenpakete Windeln und Toilettenpapier vorgenommen hätte, von denen gut und gerne 50 Pakete umzuzeichnen waren. Die restlichen knapp 9500 Stück der anderen Artikel waren dann meist nur noch ein Klacks, mit denen ich und Rosi ja spielend fertig wurden.
Wenn die Zeit davonzulaufen drohte, sprang auch schon mal Truddi von der Kasse ein um mitzuhelfen.

Nicht immer gelang es, diese Arbeit bis zum eigentlichen Feierabend zu erledigen und es kam nicht selten vor, dass Fräulein Domberg mich darum bat noch ein oder zwei Stündchen länger zu bleiben, damit die Arbeit erledigt werden konnte.

Meistens durfte ich mir für diese zusätzlichen Stunden Waren im Gesamtwert von etwa 25 Mark aussuchen, die dann meist aus 2 oder 3 Päckchen Zigaretten ein paar Flaschen Cola und Chips bestanden.

Nun darf man nicht glauben, dass Fräulein Domberg mir dieses Zückerchen kommentarlos zugestand, denn hatte ich mir erst einmal meine Waren ausgesucht, dann konnte ich mich bereits im Vorfeld darauf einstellen, dass sie mir meinen Zusatzverdienst noch schmackhafter machen würde, indem sie mir dann beiläufig erklärte dass ich mir das Zeug eigentlich gar nicht verdient hätte und das vielmehr ich derjenige wäre, der ihr was dafür geben müsste, weil sie ja nun für die Arbeit länger bleiben musste, die ich nicht geschafft hatte.

Sie war, so kann man mit Fug und Recht behaupten ein richtiges Ekelpaket und an Lehrlingen hatte sie ihre wahre Freude, was aber nicht bedeutete, dass sie die übrigen Mitarbeitern ihre speziellen Freundlichkeiten vorenthielt.

Eines jedoch musste man ihr lassen.

In der ganzen Zeit wo ich in ihrem Laden arbeitete, ist es nicht ein einziges Mal vorgekommen, dass ein Revisor eine Beanstandung in Punkto "Falsche Preisauszeichnung" gemeldet hatte.


Fortsetzung folgt !
toc toc toc.. anklopfz.. wann geht%27s endlich weiter .. smile ;-)